Eine starke Jugend in der „Bildungsregion“

15.11.2013, 17:00 Uhr
Diskussion beim „Marktplatz der Ideen“: Vor allem durch die Vernetzung der Bildungsträger, aber auch durch Kooperationen mit Wirtschaft oder Jugendarbeit soll sich die Situation für die jungen Menschen verbessern.

Diskussion beim „Marktplatz der Ideen“: Vor allem durch die Vernetzung der Bildungsträger, aber auch durch Kooperationen mit Wirtschaft oder Jugendarbeit soll sich die Situation für die jungen Menschen verbessern. © Günter Distler

Das angestrebte Siegel „Bildungsregion in Bayern“ des Staatsministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst ist zwar sicher ein Gewinn, doch die eigentlichen Gewinner sind die Kinder und Jugendlichen im Landkreis, so Ministerialdirigent Stefan Graf gestern beim zweiten Dialogforum im Landratsamt. Er nahm zum Ende der Veranstaltung auch den offiziellen Antrag des Landkreises mit nach München.

Genaue Bewertung

Dass diese Auszeichnung gar nicht so einfach zu bekommen ist, verdeutlichte Abteilungsdirektor Richard Glombitza, der Leiter der Schulaufsichtskonferenz. Denn diese wird zunächst einmal die Bewerbungsmappe genau unter die Lupe nehmen und dann gemeinsam mit Landesjugendamt und Landesjugendring eine bewertende Stellungnahme abgeben. Doch nach der enormen Vorarbeit sind alle Beteiligten zuversichtlich, dass der Landkreis sich schon im bald „Bildungsregion“ nennen darf.

In einem „Marktplatz“ präsentierten die einzelnen Arbeitskreise ihre Ergebnisse, die Sabine May-Lazarus, die mit ihrer Zukunftscoach-Kollegin Lisa Poll bei der Regina GmbH das Projekt betreut, kurz in Schlagworten zusammenfasste.

Denn die Ziele — den jungen Menschen die Übergänge zwischen den Bildungseinrichtungen, aber auch in den Beruf möglichst zu erleichtern, ihnen in besonderen Lebenslagen zu helfen und so auch den Grundstein zu legen für eine stärkere Bürgergesellschaft — sind nicht zuletzt angesichts des demografischen Wandels nicht immer einfach umzusetzen. So gebe es auch im Landkreis Neumarkt durchaus strukturelle Herausforderungen wie die Entfernungen zu weiterführenden Schulen und auch unterschiedliche Voraussetzungen in den verschiedenen Gemeinden. Und vor allem müssten die Informationsdefizite an den Schnittstellen beseitigt werden. Hier sollen nicht nur Informationsveranstaltungen Abhilfe schaffen, sondern beispielsweise gegenseitige Hospitanzen. So könnten sich Lehrer auch in anderen Schularten oder in Betrieben umschauen.

Wichtig sei auch die Weiterbildung für die politischen Entscheidungsträger und das regionale Bildungsnetzwerk müsse weiter ausgebaut werden. Ministerialdirigent Stefan Graf hatte das Ansinnen des Ministeriums klar umrissen: Bildung soll nicht „von oben“ in München verordnet, sondern in den Regionen eigenverantwortlich gestaltet werden.

Auch mit dem Siegel bleibe also noch lange viel zu tun.

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