Feuerwehrhaus Seligenporten: Umbau-Pläne müssen umgestrickt werden

6.3.2021, 07:51 Uhr
Die Regierung der Oberpfalz lehnt die Sanierungspläne in ihrer derzeitigen Form ab. Es muss nachjustiert werden.

Die Regierung der Oberpfalz lehnt die Sanierungspläne in ihrer derzeitigen Form ab. Es muss nachjustiert werden. © Foto: Günter Distler

Das Problem versteckt sich hinter dem Terminus "Schwarz-Weiß-Trennung". Heißt, dass Umkleide- und Duschräume für die Wehrkräfte direkt an die Fahrzeughalle anschließen müssen. Damit diese nicht mit womöglich schadstoffbelasteter Ausrüstung quer durch das Feuerwehrhaus stapfen. Genau das wäre aber in Seligenporten trotz Umbaus der Fall gewesen.

Zur Erinnerung: Die Wehr erhält ein neues Fahrzeug, weshalb es einer größeren Unterstellmöglichkeit bedarf. Deshalb sollte das Feuerwehrhaus umgebaut werden. Dabei sollte dort auch ein Jugendraum untergebracht werden im Dorfgemeinschaftshaus, das das Feuerwehrhaus umschließt. Der Jugendraum wird bezuschusst, dafür braucht es aber einen Aufzug in den ersten Stock, der wieder kostet.

Von der Halle in die Umkleide

Doch das ist derzeit zweitrangig, denn die Regierung lehnt die Umbaupläne in ihrer jetzigen Form ab, sagte Bürgermeister Michael Langner den Mitgliedern des Bauausschusses, der in der Dreifachturnhalle der Schule tagte. Die Einsatzkräfte müssten nach dem Einsatz in die Umkleide kommen, ohne durch andere Räume zu kommen. Um das zu erreichen, sagte Langner, soll nun das Feuerwehrhaus um drei Meter erweitert werden. Im Haus wandert das Kommandanten-Büro, die Umkleiden schließen künftig direkt an die Fahrzeughalle an.

Dadurch könnte auch der Jugendraum runter vom Dachgeschoss, das würde zudem den Aufzug ersparen. Das alles, gab Langner zu, sei jetzt mit heißer Nadel gestrickt, aber so könnte es gehen.

Verwaltung plant um

Er bat den Bauausschuss, in dieser Sonder-Situation der Verwaltung die Erlaubnis zu geben, alles umzuplanen und diese Pläne anschließend, samt Jugendraum an anderer Stelle, direkt in den Marktrat weiter zu geben.

Die Verwaltung plane da auf Grund, der ihr noch gar nicht gehöre, sagte ein Marktrat. Das Areal gehöre doch der Kirche. Es sei nicht reell, unter diesen Bedingungen die Planung fortzuführen. Erst, wenn der Grund in Gemeindebesitz sei, könne es weiter gehen.

Gleichzeitig geplant und verhandelt

Das stimme, sagte Bürgermeister Langner, aber um möglichst schnell voran zu kommen, werde gleichzeitig geplant und verhandelt. "Ich gehe fest davon aus, dass wir das mit dem Grund hinbekommen."

Trotzdem stellte der Rat den Antrag, erst dann weiter zu planen, wenn die Grundstücksfrage geklärt sei. Damit konnte er sich bei der Abstimmung allerdings nicht durchsetzen. Langner erhielt im Anschluss daran auch die Erlaubnis, die Pläne voranzutreiben und dann dem Marktrat vorzulegen.

Seniorenheim nicht auf der Tagesordnung

Von der Tagesordnung verschwunden war der letzte Punkt, die Bauvoranfrage für ein Senioren- und Pflegeheim im Klosterhof in Seligenporten. Toni Bauer, der es errichten will, hatte die Anfrage am Morgen vor der Sitzung zurück gezogen, weshalb der Punkt auch nicht weiter debattiert wurde.

Wobei Bauer, wie die Sitzungsunterlagen zeigten, einen schweren Stand gehabt hätte. Denn das bayerische Landesamt für Denkmalpflege hatte den Bau infrage gestellt. "Der beabsichtigte Neubau würde, wie bereits vor Ort im Beisein von Vertretern des Marktes erläutert, aus Sicht des BLfD alleine durch sein Volumen und dem äußerst sensiblen Standort selbst bei denkmalverträglicherer Detailgestaltung eine erhebliche Beeinträchtigung der historischen Klosteranlage darstellen und seine seit Jahrhunderten erlebbare Fernwirkung drastisch zum Nachteil verändern. Aus gewichtigen Gründen des Denkmalschutzes lehnt das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege daher den vorliegenden Antrag auf Vorbescheid und den darin skizzierten Neubau mit Nachdruck ab."

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