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Fleißiger Freystädter auf dem Fünften Kontinent

Alexander Hußl arbeitet derzeit in Australien — und möchte trotz Corona noch länger bleiben - 03.05.2020 15:00 Uhr

Der Freystädter Alexander Hußl - hier mit der deutschen Pfahlramm-Maschine - baut Solarfarmen in Australien

03.05.2020 © Alexander Hußl


Der Freystädter ist vor sieben Monaten mit einem "Work & Holiday Visa" nach Australien gekommen. Rund 16 000 Kilometer liegen momentan zwischen ihm und seiner Heimat – dank der Sozialen Medien ist ein lockerer Plausch mit ihm dennoch kein Problem.

"Derzeit bin ich hier auf einer Solarfarm 350 Kilometer westlich von Sydney", erzählt Hußl. "Wir bauen die Tische, worauf dann die Solarpaneele montiert werden." Der frühere Bauleiter bei Mickan arbeitet jetzt in einem Team, das für das "Piling" zuständig ist: "Wir rammen die ,Piles‘, also die Pfähle, in den Boden. Mit einer Maschine, die man auch auf der Autobahn für die Montage der Mittelleitplanken benutzt."

Die Solarparks im sonnigen Australien sind weit größer als die in Deutschland. "Diese hier hat jetzt 250 Megawatt", sagt Alexander Hußl. "Dafür benötigen wir in etwa 33 000 von diesen Pfählen. Zuvor war ich auf der größten Solarfarm in Australien. Da waren wir mit sechs bis acht Maschinen rund vier Monate lang beschäftigt."

Der Freystädter hatte sich um das temporäre Arbeits-Visum beworben, um sein Englisch zu verbessern. "Und natürlich weil man hier viel besser verdient." Von den schweren Buschbränden, die den Fünften Kontinent noch bis März heimgesucht hatten, habe er persönlich nichts mitbekommen. "Zu dieser Zeit war ich mehr im Outback."

Weniger als 100 Corona-Tote

Doch der Coronakrise entkommt er freilich nicht. "Ich würde mal sagen, dass es hier damit ähnlich ist wie in Deutschland ist." Nimmt man die offiziellen Zahlen, steht Australien sogar gut da: In "Down Under" wurden bislang rund 6800 Infizierte gemeldet und nur 95 verstorbene Covid-19-Patienten. Bei insgesamt 25 Millionen Australiern.

"Wo ich zu Beginn des Ausbruchs war, der Ort heißt Swan Hill, waren es anfangs nur eine Hand voll Fälle", berichtet Hußl. "Die meisten Infektionen gibt es natürlich in den großen Städten wie Melbourne, Sydney, Brisbane oder Perth."

Auch die Aussies treffen Gegenmaßnahmen: "Außer Supermärkten und Baumärkten ist hier alles geschlossen, sprich Pubs, Restaurants, Einzelhandel. Im Supermarkt muss ein Abstand von 1,5 Metern eingehalten werden und am Eingang steht ein Mitarbeiter, der Desinfektionsmittel jedem gibt, der reinkommt. Die Leute halten sich schon an die Vorgaben, ansonsten riskieren sie hohe Strafen."

Alkoholtest vor Arbeitsbeginn

Mit den Einschränkungen kommt Alexander Hußl aber eigentlich ganz gut zurecht. "Ich würde gerne wieder ins Fitnessstudio gehen, aber die sind auch bei uns alle zu."

Mund-Nasen-Schutz ist auch in Australien ein großes Thema. "Wir müssen immer, wenn wir auf die Baustelle fahren, einen Mundschutz tragen. Und uns wird auch Fieber gemessen. Mit einem Infrarot-Gerät an der Stirn." Mehr als 37,5 Grad Körpertemperatur sollte ein Arbeiter nicht haben. Für Alexander Hußl bisher kein Problem: "Ich bin kerngesund, alles bestens."

Danach wird sogar noch Alkohol gemessen. Mit einem Gerät, in das man hinein spricht, bis zehn zählt. "Hier werden auch gelegentlich Drogentests gemacht, immer dann, wenn wir ein neues Projekt starten."

Inzwischen hat Australien seine Grenzen dicht gemacht und Touristen gebeten, schnellstens auszureisen. Das Auswärtige Amt rät auch Inhabern von Working-Holiday-Visa, die sich für die nächsten sechs Monate nicht finanziell selbst versorgen können, Vorkehrungen zu treffen, das Land zu verlassen.

Alexander Hußl fühlt sich derzeit auf der sicheren Seite: "Da ich genug angespart habe, könnte ich über ein Jahr auskommen, ohne arbeiten zu müssen." Zwei Jahre würde er gerne noch bleiben. Weil ihm das Land gefällt und auch der Job Spaß macht: "Ich bin meinem Arbeitgeber dankbar dafür, besonders in diesen Zeiten."

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