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Dienstag, 18.05.2021

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Gegen "wildes" Müllabladen: Freystadt sichert Deponie in Sulzkirchen

Stadt schriebt illegaler Entsorgung außerhalb der Öffnungszeiten eine Riegel vor - 23.04.2021 11:01 Uhr

Die Umzäunung der Deponie Sulzkirchen steht. Dieser Tage besichtigten die Bauamtsmitarbeiter Michael Meyer (von links) und Willi Popp, Deponiewärter Stefan Betz und Bürgermeister Alexander Dorr die Einfriedung.

23.04.2021 © Anne Schöll


„In die Umzäunung haben wir deshalb investiert, weil außerhalb der Öffnungszeiten immer wieder Abfälle und andere Materialien, die nicht auf den Wertstoffhof gehören, illegal entsorgt worden sind“, erklärt Bürgermeister Alexander Dorr dazu. Bisher war der der Stein- und Erddeponie vorgelagerte Wertstoffhof nur mit einem Erdwall von der vorbeiführenden Straße getrennt. Etliche Spuren über den Wall zeugten von Ablieferungen „in Nacht- und Nebelaktionen“. Unsachgemäß entsorgte Materialien haben deshalb regelmäßig Schäden an den Maschinen verursacht beim Häckseln des Schnitt- und Astgutes.

Als zweiten Grund für den Zaunbau nannte Dorr eine Auflage des Landratsamtes. Der Zaun, angebracht von der beauftragten Landschaftsbaufirma Schaller aus Großberghausen, ist 250 Meter lang und hat inklusive der Tore 36000 Euro gekostet. Außerdem hat die Stadt einen gebrauchten Lader (Kostenpunkt: 70000 Euro) angeschafft, mit dem Stefan Betz, der inzwischen als hauptamtlicher Deponiewart angestellt ist, das angelieferte Grüngut aufhäufen und auf der Erddeponie Planierarbeiten durchführen kann.

Oft matschig

„Wir sparen damit Kosten, weil wir diese Arbeiten früher an externe Dienstleister vergeben mussten“, sagte Dorr dazu. Er sprach Beschwerden aus der Bevölkerung an, wonach die Wertstoffhof-Fläche bei Regen oft matschig und aufgefahren ist, da sie nicht befestigt ist.

Mit dem regelmäßigen Überziehen mit Recyclingmaterial soll „die Piste“ nun in einem vernünftigen Zustand gehalten werden. Das Landratsamt würde zwar eine Befestigung begrüßen, denn es werden Sickersäfte produziert. Das Problem sei, so Dorr, man könne diese nicht ableiten, weil keine öffentliche Kanalisation vorbeiläuft. Weil das Gelände mit seinen 10,8 Hektar allmählich befüllt ist, habe man weitere 1,8 Hektar große Grundstücke vor einigen Monaten dazugekauft. „Wir gehen davon aus, dass diese neue Größe nun ausreicht“, ist Dorr überzeugt.

"Insektenweide" auf dem Wall

Ein Hinweis noch: Nur Gemeindebürger können auf der Deponie abliefern. Stefan Betz, der nun sein Büro nicht mehr im provisorischen Gartenhäuschen sondern in einem beheizbaren Container auf dem Gelände hat, erläuterte zu den Erd- und Bauschuttanlieferungen, Kleinmengen bis fünf Kubikmeter können während der Öffnung gegen Gebühr abgegeben werden. Für größere Mengen Erdaushub oder Bauschutt ist das ausgefüllte Formular „Grundlegende Charakterisierung“ des Materials vorzulegen. Den Vordruck kann sich der Anlieferer vorab auf der Homepage der Stadt unter „Bürgerservice“ herunterlagen.

Auch fährt Betz zu den Baustellen, um vorab zu recherchieren, ob das dann angelieferte Gut auch von da stammt und nicht versucht wird, ihm was „unterzujubeln“. Was in den kommenden Wochen noch gemacht wird, sind Säharbeiten. Der „nackte Wall“ und die Fläche unter dem Zaun wird mit der insektenfreundlichen Saatmischung namens „Honigtracht“ angesät. Ein kleines Gedankenspiel am Rande: Wenn Bauamtsleiter Willi Popp, ein aktiver Imker, dann noch einiger Bienenkästen aufstellt, könnte es einen „Freystädter Deponiehonig“ geben.

Anne Schöll

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