Mittwoch, 14.04.2021

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Grünes Dach, grüne Fassade: Die neue Neumarkter Feuerwache

Die neue Feuerwache am Kurt-Romstöck-Ring wurde vorgestellt. - 27.02.2021 07:34 Uhr

Die neue Feuerwache bildet ein lang gestrecktes „U“, das sich in Richtung des Alten Kanals öffnet. Im Erdgeschoss befinden sich die Fahrzeughallen. Werkstätten und Funktionsräume sind darüber.

26.02.2021 © Foto: Schnabel+Partner/Stadt Neumarkt


Grün auf dem Dach und an der Fassade, neue Bäume und vorsichtige Eingriffe ins Biotop am Altgraben: Die neue Feuerwache am Kurt-Romstöck-Ring soll ein funktionales Gebäude mit Öko-Qualitäten werden.

Architekt Markus Weber vom Büro Schnabel + Partner aus Bad Kötzting stellte den Vorentwurf im Stadtrat vor. Das Hauptgebäude ist ein lang gestrecktes U, dass sich zum Biotop am Alten Kanal hin öffnet. Zur Straße hin ist die Fassade geschlossen. Der Innenbereich ist so abgeschirmt. Die Feuerwehrler können dort üben und arbeiten, ohne dass Autofahrer abgelenkt werden, weil dort so etwas Interessantes geschieht.

 

Auf der großen U-Form des Erdgeschosses sitzt ein schlankeres U als Obergeschoss. An der Straßenecke zur Kreuzung wird ein kleineres zweites Geschoss aufgesetzt als markantes Gestaltungselement. In diesem Bereich befindet sich das Foyer des Gebäudes. Weber schlug vor, dort einige Feuerwehr-Oldtimer auszustellen. Der etwa 20 Meter hohe Übungsturm ist im Norden des 11 000 Quadratmeter großen Grundstücks platziert.

Zufahrt im Norden

Bei einem Alarm fahren die Feuerwehrler über die Zufahrt im Norden zum Alarmparkplatz. Der Kurt-Romstöck-Ring erhält einen überfahrbaren Mittelstreifen. Eine zweite Alarmzufahrt führt von Süden durch das Biotop. Vom Parkplatz aus geht es in die Umkleiden und von dort zu den Fahrzeugen.

Die Hauptalarmausfahrt führt in die Freystädter Straße und verteilt sich von dort. Falls die Freystädter Straße durch einen Stau blockiert ist, gibt es eine zweite Alarmausfahrt nach Norden. Wichtig: auf dem Gelände gibt es keine Kreuzungen.

Das Gebäude hat 4500 Quadratmeter Nutzfläche. Es gibt An- und Ausbaureserven. Im Erdgeschoss befinden sich hauptsächlich die Fahrzeughallen. Der erste Stock enthält Werkstätten, Atemschutzübungsstrecke, Verwaltungsräume, Zentrale, Schulungsbereich und Nebenräume.

Das Flachdach wird begrünt.

Weitere Pflanzen sind auf dem Rücksprung vom Erdgeschoss zum ersten Stockwerk angedacht, ebenso eine Photovoltaikanlage auf dem Dach. Für eine Begrünung der Fassade haben die Hamburger Landschaftsarchitekten "L+" Vorschläge erarbeitet. "Eine spannende Geschichte, aber auch Neuland für uns", sagte Architekt Weber.

Das Gebäude wird in Hybridbauweise errichtet. Das Erdgeschoss mit den Hallen wird ein massiver Sockel aus Stahlbeton. Darauf setzen die Planer einen leichten Rahmen aus Holz oder als Holzhybrid, wo an brandsensiblen Stellen Betonelemente verwendet werden. Die Heizung wird entweder eine Pelletsheizung oder eine Wärmepumpe. "Da gehen die Meinungen von Ingenieur und Heizungstechnikern noch auseinander."

Bis zum Juli sollen die Baupläne eingabereif sein. Feuerwehrreferent und die Freiwillige Feuerwehr werden in die Detailplanung eingebunden. Im Herbst können die Ausschreibungen beginnen. An der Baustelle soll es im Frühjahr 2022 starten. Die Architekten gehen von zwei Jahren Bauzeit aus.

Wie wird die Kreuzung umgebaut?

Flitz-Stadtrat Johann Gloßner nannte die Pläne "unausgegoren". Vieles sei nicht durchdacht, etwa die Verkehrsführung. Die Kreuzung an der Ecke Kurt-Romstöck-Ring und Freystädter Straße ist ein kritischer Punkt in Neumarkts Straßennetz.

Dort staut sich regelmäßig der Verkehr. Die Feuerwehr kann sich zwar die Ampeln freischalten. Aber wenn dort Autos stehen, hilft dies wenig. Damit die Feuerwehr jederzeit ausrücken kann, wird die Kreuzung umgebaut. Das Tiefbauamt hat drei Vorschläge ausgearbeitet.

Der Stadtrat schickte diese zu einer Ehrenrunde in den Verkehrssenat. "Im Vorfeld gab es nur zwei Blätter, wo ich selbst mit Lupe die Legende nicht lesen konnte", sagte Verkehrsreferent Olaf Böttcher (Grüne). Die gewählten Gremien müssten ihrer Aufgabe nachgehen können, sagte Marco Gmelch (CSU). "Die Verwaltung muss lernen, dass wir Stadträte Entscheidungen solcher Tragweite öffentlich diskutieren."

OB Thomas Thumann sah dies anders. "So kann man alles torpedieren, wenn man es in den Ausschuss schiebt." UPW-Urgestein Heiner Zuckschwert zeigte sich deutlich genervt. "Wenn wir alles verzögern, macht der Stadtrat sich lächerlich."

 

HAUKE HÖPCKE

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