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Donnerstag, 13.08.2020

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Heizwerk Berching bekommt neuen Ofen

Tausend Tonnen Hackschnitzel sind bisher bei der Energiegewinnung durch den Schornstein gewandert - 06.03.2020 12:55 Uhr

Ein neuer leistungsfähiger Ofen und auch ein neuer Pufferspeicher wurden in Berching installiert. Heute wird bei einem Festakt die neue Technik offiziell in Betrieb genommen.

© Foto: Anton Karg


Deshalb waren auch bauliche Veränderungen beziehungsweise Erneuerungen notwendig geworden. Das sanierte Heizwerk des Maschinenrings "Sulz Altmühl Gewerbe GmbH" in Berching ist bereits eingeweiht worden.

Neben dem Berle-Bad, der Realschule, den beiden Kindergärten St. Josef und St. Marien werden auch das renovierte Hotel Post, die Wohnanlage "Alte Post" sowie einige Privathäuser vom Heizwerk mit Wärmeenergie versorgt. Hinzu kommen soll auch die neue Grund- und Mittelschule, für die derzeit Baupläne konzipiert werden.

Die Erneuerungsmaßnahmen haben laut Auskunft des Geschäftsführers Josef Schneider rund 70 000 Euro gekostet und wurden von der KfW und vom Freistaat Bayern gefördert. An den Arbeiten waren ausschließlich heimische Firmen beteiligt. Zur Geschichte: Der Fribertshofener Karl Weigl war als ehemaliger Geschäftsführer des Maschinenrings (MR) und der Waldbauernvereinigung (WBV) mehrmals in Österreich unterwegs, wo viele Dörfer schon seit 1990 ein Hackschnitzelheizwerk betreiben. "Nachdem Berching im Zuge der RMD-Baumaßnahme sein Freibad verlor und dadurch aber ein neues Ganzjahresbad erhalten sollte, war auch in Berching die Zeit für ein Hackschnitzelheizwerk gekommen", berichtete Schneider.

Seit dem 1. November 1995 war Josef Schneider der neue MR- Geschäftsführer. Er habe gemeinsam mit den damaligen WBV-Geschäftsführern Hubert Moosburger und Anita Walter die Gründung der Heizwerk KG vorangetrieben. Thomas Kaiser und das Ingenieurbüro Gammel erarbeiteten eine Machbarkeitsstudie für die Wärmeversorgung für die ganze Stadt Berching.

Am 25. Juli 1996 war die Gründungsversammlung der Heizwerk KG mit zunächst 33 Kommanditisten, dabei auch die Stadt mit sieben Anteilen. Zwischen 1996 und 2000 kamen zehn weitere Kommanditisten dazu. Das Stammkapital von 260 000 Mark und 52 Anteilen bildeten den Grundstock. Doch Heizöl kostete damals nur 30 Pfennige pro Liter. Der damalige Bürgermeister Albert Löhner sei maßgeblich an der Realisierung des Vorhabens beteiligt gewesen. Am 24. Oktober 1994 wurde dann der erste Wärmeliefervertrag zwischen Bürgermeister Rudolf Eineder und der Heizwerk KG geschlossen. 1997 und 1998 wurde das Heizwerk gebaut und im Dezember 1998 in Betrieb genommen, zunächst nur für das Ganzjahresbad Berle.

Realschule angeschlossen

Die Gesamtkosten beliefen sich damals auf 1,7 Millionen Mark. Am 7. August 2000 wurde die neue Realschule ans Wärmenetz angeschlossen. 2001 wurde das Heizwerk in Beilngries, 2011 das Heizwerk in Greding in Betrieb genommen. Im Jahr 2013 scheiterte der Versuch einer Netzerweiterung in Berching durch den Anschluss des Rathauses, der Schule und der Europahalle. Ab dem Jahr 2014 wurde das Netz sukzessive erweitert für die Nahwärmeversorgung des Seniorenheims St. Franziskus, des Mehrfamilienhauses Scheuerer, der Gebäude der Familien Härtl, Kraus und Kienlein, des Kindergartens St. Marien, des Hotels Post und des Mehrfamilienhauses "Alte Post". Auch die Kulturhalle soll ans Nahwärmenetz angeschlossen werden.

Der Brennstoff in Form von Hackschnitzeln kommt, organisiert von der WBV Berching-Neumarkt aus dem Landkreis Neumarkt und der angrenzenden Gemeinde Greding und Beilngries (ehemaliger MR Sulz- Altmühl). Verbraucht wurden bisher rund 1000 Tonnen, umgerechnet rund 4000 "Schüttraummeter" oder 4000 Kubikmeter pro Jahr.

Die Hackschnitzel werden am Raiffeisen-Lagerhaus gewogen und es wird auch die Feuchtigkeit gemessen. Nachdem jetzt bereits das Hotel Post Wärme abnimmt, und künftig auch die Kulturhalle sowie die drei Mehrfamilienhäuser "Alte Post" und auch die neu zu bauende Schule an das Nahwärmenetz angeschlossen werden, verbrennt der Ofen bei Volllast rund zwei Kubikmeter pro Stunde, um die erforderliche Wärme zu erzeugen.

ANTON KARG

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