Hohenfels wird "Durchgangspunkt"

20.1.2020, 09:46 Uhr

© Archivfoto: André De Geare

Es wird die größte Truppenverlegung der US-Army in Europa seit 25 Jahren: Rund 20 000 US-Soldaten sollen aus der gesamten Bundesrepublik Deutschland nach Nordosteuropa (Polen/Baltikum) verlegt werden. Dazu kommen weitere 17 000 Soldaten anderer NATO-Mitgliedsstaaten. Auch die Bundeswehr ist beteiligt.

"Defender Europe 2020" heißt die nicht unumstrittene Aktion. Hohenfels ist vom Übungsort im Baltikum oder Polen zwar ein Stückchen entfernt, dennoch sei es möglich, dass die Oberpfalz ein "Durchgangspunkt" für die Truppenverlegung wird. So formuliert es der Pressesprecher der US-Army in Hohenfels, Norbert Wittl. Die Anreise zur Truppenübung in Nordosteuropa sei über Februar, März und April verteilt, die Abreise ist für die zweite Maihälfte angesetzt.

Von Anfang bis Mitte Mai sollen die eigentlichen Übungen in den nordosteuropäischen Gebieten stattfinden.

In Hohenfels sind dagegen keine Übungen und erst recht keine scharfen Schießübungen geplant. Der US- Army-Pressesprecher geht eher davon aus, dass Truppen auf der Durchreise in Hohenfels mit Schlaf- und Essen versorgt werden. 5000 Mann beträgt die Hohenfelser Kapazität.

Fahrzeuge am Parsberger Bahnhof

Fahrzeuge und anderes militärisches Gerät seien womöglich zu sehen, wenn sie vom Parsberger Bahnhof nach Hohenfels gefahren werden oder umgekehrt, ergänzt Wittl im NN-Gespräch. Wann genau besondere Vorsicht in der Stadt geboten ist, könne er aber nicht sagen: "Wir wissen gerade noch nicht einmal, ob überhaupt wer per Bahn ankommt."

Bemerken ja, hören eher nein

"Defender Europe 2020" ist übrigens nicht die einzige Militärübung, die die US-Army in der Gegend derzeit beschäftigt. "Combine Resolve XIII" nennt sich eine Übung, die sich gerade auf Grafenwöhr und Hohenfels aufteilt.

Waren die mehr als 5000 Soldaten mit schweren Panzern und anderem Gerät zunächst in Grafenwöhr im Einsatz (inklusive Scharfschützen), findet von morgen bis Sonntag, 19. Januar, der Umzug nach Hohenfels für den zweiten Teil der Übung statt.

Manövertätigkeiten stehen dort ab 20. Januar auf dem Programm. Statt scharfer Munition wird dann aber nur noch mit Lichtwaffen gearbeitet. Die Bevölkerung wird also nicht viel von der Übung in Hohenfels hören, wohl aber den Umzug bemerken.

Stadt Amberg und Kastl umfahren

"Die Kettenfahrzeuge kommen über den Landweg nach Hohenfels", erklärt der Pressesprecher und ergänzt, dass die Stadt Amberg (ebenso Kastl) von Panzern und anderem Gerät umfahren werde. Sonst werde der Landkreis Amberg aber sehr wohl tangiert.

Dort sei deshalb bis Montag insbesondere abends und nachts Vorsicht geboten, rät Norbert Wittl: "Die Fahrzeuge haben Tarnfarben, Überbreite, sind schwer und im Dunkeln trotz Licht schwierig zu sehen."

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