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Donnerstag, 23.01.2020

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Kamerafahrt durch den Sengenthaler Untergrund

Ingenieure fanden einige Schäden, die nun Zug um Zug behoben werden sollen. Darüber war sich der Gemeinderat einig. - 01.08.2019 10:15 Uhr

Neue Erkenntnisse über den Kanalzustand brachte eine Kamerauntersuchung der Leitungen in Sengenthal (Archivfoto Matthias Kronau). © Matthias Kronau


"Es hat sich gelohnt", so Rainer Hämmelmann vom Ingenieurbüro. Häufige Schäden waren Rohrbrüche, fehlende Teile, Verdacht auf Fehlanschlüsse, Inkrustationen oder verschobene Verbindungen. Seine gute Nachricht war, dass sich 90 Prozent der Arbeiten im geschlossenen Verfahren erledigen lassen. Vor einem weiteren Aufschieben der Reparaturen warnte er hingegen: "Das würde teuer."

Brandenburger und seine Fachleute werden die nötigen Arbeiten mit Straßenbaumaßnahmen zusammenführen und mit der sich daraus folgenden Ausschreibung umsetzen.

Geradezu philosophisch geriet die Vorstellung der Planungen für das in die Jahre gekommene Sengenthaler Leichenhaus durch den Architekten Matthias Hoppe, endete dann aber prosaisch mit dem Entwurf der Toilettenanlage. Er stellte Materialien vor, das Haus bekommt keinen Turm aber eine Himmelsleiter, die Toilette kommt statt ins Leichenhaus in den Eingangsbereich des Friedhofs.

Lichtkuppel statt Turm

Die Räte folgten weitgehend seinen Visionen. Der Turm ist jetzt neben dem Gebäude vorgesehen, stattdessen kommt eine Lichtkuppel in den Bau, "um den Blick des Toten nach oben zu leiten". Gemurmel aus dem Gremium: "Einige Sengenthaler werden wohl auch nach unten rau-schen."

Die Vorschläge des Architekten Hoppe gefielen und wurden angenommen. Die Toilettenanlage soll im Haus bleiben, ohne Chemie betrie-ben werden und in einem abge-schlossenen, frostsicheren Außen-behälter enden. Die vorgeschlage-nen Kompost-Varianten oder die Klein-Kläranlage konnten nicht überzeugen.

Möbel fürs Zwergenhaus

Für 896 000 Euro ging die Erschließung der Baugebietserweiterung in Reichertshofen an die Strabag in Regensburg und die Erdgaserschließung dafür ans Bayernwerk (7996 Euro). Hölzer für den "Judenweg" wurden bei Hecker in Berching geordert und fürs Zwergenhaus wurden Möbel für 25 000 Euro bestellt. Für 5600 Euro bekam der Bauhof ein Baustellenbeschilderungssystem.

Vorgestellt und kurz besprochen wurde der dreispurige und 1,5 Kilometer lange Ausbau der B 299 zwischen Sengenthal Nord und Sengenthal Süd. Einen Wechsel der zwei Spuren soll es nicht geben, sie bleiben konstant auf der Buchberger Seite und es wird keine Kraftfahrstraße. Sie endet am Bahnübergang. Wie genau die Gestaltung dort aussehen wird, ist noch unklar.

Kein eigenverantwortliches Budget

Knapp scheiterte der Antrag des Jugend- und Kulturreferenten Nikolaus Bär. Neben dem generellen Budget für Jugendarbeit machte er sich stark für ein in der Höhe noch festzulegendes, eigenverantwortliches Budget für die fünf Jugendbeauftragten der Gemeinde. Bei dem Stichwort: ohne Nachweisführung zuckten sowohl Bürgermeister als auch Kämmerer merklich. Bär wollte mit dieser Geste auf die Motivation und Kreativität der Jugendbeauftragten positiv einwirken.

Mit dem zusammenfassenden Hinweis darauf, dass in all den Jahren bisher nur ein Antrag der Jugendarbeit abgelehnt wurde und das generelle Budget deutlich auf 20 000 Euro im Jahr angehoben wurde, fiel der Antrag knapp durch.

Nach Artikel 63 der Gemeindeordnung wurde der Haushaltsplan 2019 einstimmig festgesetzt. Der Verwaltungshaushalt umfasst mit Einnahmen und Ausgaben 7,28 Millionen Euro, ein Rückgang um 1,04 Millionen Euro, zurückzuführen auf einen niedrigeren Ansatz bei den Gewerbesteuer-Einnahmen.

Der Vermögenshaushalt beträgt 6.7 Millionen Euro – eine Verminde-rung um knapp 2,53 Millionen Euro. Der Schwerpunkt der Investitionen liegt 2019 beim Neubau der Kita, dem Straßenbau und auf der Ausweisung von Baugebieten für Wohnen und Gewerbe plus Grunderwerb und Erschließung. Für die Jahre 2020 bis 2022 zeigt sich ein deutlich niedrigeres Investitionsvolumen. Schwerpunkte werden die Tagespflege mit Großküche, der Umbau des ehemaligen Dorfladens und die Sanierung der Ortsstraßen sein.

Knackpunkt Gewerbesteuer

Die Finanzplanung stellt darauf ab, dass die Investitionen der Folgejahre durch Entnahmen aus der Allge-meinen Rücklage und Kreditaufnahmen in voraussichtlicher Gesamthöhe von 3,41 Millionen Euro finanziert werden. Die Entnahme aus der Rücklage beträgt für das Jahr 2020 1,547 Millionen Euro, im Jahr 2021 862 500 Euro und im Jahr 2022 716 000 Euro. So stehen am Ende des Finanzplanungszeitraums noch Rücklagen von 745 000 Euro zur Verfügung.

Als wesentlicher Unsicherheitsfak-tor der Finanzplanung könnte sich dabei die Entwicklung der Gewer-besteuer-Einnahmen zeigen. "Dann müssten wir gegebenenfalls reagie-ren", hieß es. Ein Kassenkreditrahmen wurde lediglich vorsorglich festgesetzt. Seit dem Haushaltsjahr 2013 ist die Gemeinde Sengenthal schuldenfrei.

HELMUT STURM

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