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Körnerteppich ziert zum Erntedank Altar in Forchheim

Marianne Wiegärtner kümmert sich seit 15 Jahren im Freystädter Ortsteil Forchheim um den Schmuck zum Erntedankfest - 01.10.2016 11:10 Uhr

Marianne Wiegärtner hat zum heurigen Erntedankfest einen Körnerteppich mit dem Thema “Barmherzig wie der Vater” gestaltet, der ab dem Sonntag die Forchheimer Pfarrkirche schmückt. © Foto: Anne Schöll


Dieses Jahr lautet das Motto „Barmherzig wie der Vater“ – das Leitwort des „Heiligen Jahres“. Marianne Wiegärtner hat dafür das stilisierte Motiv des aus diesem Anlass erschienenen Flyers als ein Quadratmeter großes Kunstwerk umgesetzt.

Doch bis es so weit war, brauchte es eine Anlaufphase nach dem Motto: „Nach dem Erntedankfest ist vor dem Erntedankfest.“ Sie sammle das ganze Jahr über Körner in Küche, Garten, Wald und Feld, sowie Früchte, die sich trocknen und später verwenden ließen, berichtete die Teppichlegerin.

Bunte Zutaten in zig Behältern

In ihrer Werkstatt, die sie in einem Nebengebäude auf ihrem Anwesen untergebracht hat, quillt es in der Tat über mit Schraubgläsern und anderen Behältern, in denen sie ihre bunten und verschiedenst großen Zutaten hortet.

Für den Teppich hat sie dieses Jahr beispielsweise helle und dunkle Kürbiskerne, sowie Hirse, zweierlei Mohnsamen, Quinoa, Samen von Rittersporn, rote Beeren und Reiskörner verwendet.

„Wenn ich mich für ein Motiv entschieden habe, rechne ich es auf die Größe meiner Unterlage um und überlege, was ich alles dazu brauche“, schildert Marianne Wiegärtner die Vorbereitungen. Die fertige Skizze wird schließlich auf die hölzerne Unterlage übertragen und die entsprechenden Körner Schicht für Schicht mit Leim aufgebracht.“

Etwas leichter hat sie es inzwischen mit den Inschriften: Früher hat sie die gleichgroßen Buchstaben selber austüfteln müssen, heute greift ihr Sohn Michael unter die Arme und fertigt die Vorlagen auf dem Computer an.

Je nach Motiv braucht sie mindestens drei Tage, bis alle Körner an Ort und Stelle sind. Vor dem Erntedankfest hilft die Familie dann erneut zusammen und bringt es zur Kirche. Dort wird es vor dem Volksaltar aufgebaut.

„Material“ von den Nachbarn

Für das Arrangement um das Bild herum, hat Marianne Wiegärtner vorab mit mehreren Nachbarn und Bekannten gesprochen: Sie stellen ihr Blumen, Früchte und Gemüse aus Feld und Garten für den „Bilderrahmen“ zur Verfügung.

Doch damit nicht genug: Noch bevor die Getreidefelder abgeerntet worden sind, war sie mit ihrem Fahrrad unterwegs und hat Getreideähren gesammelt, aus denen sie eine Erntekrone und eine -pyramide geflochten hat.

Diese zieren beim Erntedankfet die beiden Seitenaltäre. „Zudem habe ich zwölf Kränze geflochten als Wandschmuck an den Apostelleuchtern“, sagt Marianne Wiegärtner.

Kränze zu kaufen

Sollte jemand einen Erntedankkranz mit nach Hause nehmen wollen, hat die emsige Bastlerin ebenfalls Vorkehrungen getroffen: Etliche Exemplare hat sie extra gebastelt, damit sie verkauft werden können. Den Erlös gibt sie zur laufenden Kirchenrenovierung weiter.

Wenn am kommenden Sonntag die geschmückte Kirche die gläubigen Christen erfreut, schweifen ihre Gedanken bereits zum nächsten Fest im Kirchenjahr: Mit dem Binden des Adventskranzes und der Gestaltung des Kirchenraumes zu Weihnachten mit der Mesnersfamilie geht ihr arbeitsreiches Hobby und ehrenamtliches Engagement, an dem sie nach all den Jahren so viel Freude hat wie eh und je, in die nächste Runde.

ANNE SCHÖLL

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