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Landkreis Neumarkt: Kandidatensuche aufs neue Jahr vertagt

Während CSU, SPD und FW den Bundestagsbewerber erst 2021 aufstellen, haben Grüne und FDP nominiert - 21.12.2020 06:30 Uhr

Die politischen Parteien im Landkreis Neumarkt stellen im Moment die Weichen für die Nominierung der Bundestagskandidaten. CSU, SPD und Freie schauen auf mögliche Termine in 2021; Grüne und FDP haben schon Bewerber. Wer also folgt Alois Karl als MdB nach?

20.12.2020 © Foto: Wolfgang Kumm/dpa


Die CSU-Landesleitung hat laut Stadtverbandsvorsitzendem Marco Gmelch die Devise ausgegeben, dass die Auswahl der Bewerber bei leibhaftigen Delegiertentreffen vollzogen werden soll. Dafür gibt es bei den Christsozialen einen großen Zeitplan. In den CSU-Ortsverbänden sollen die Kreisdelegierten für die Bundestags-Nominierung bis Ende Februar gewählt werden. Die rund 200 Wahlfrauen und -männer werden im März den Kandidaten-Bewerber auf Landkreisebene ermitteln, bevor es dann im April oder Mai zur Wahlkreisnominierung gemeinsam mit den Abgesandten der CSU-Basis im Landkreis Amberg-Sulzbach kommt.

Aller Voraussicht nach werden sich die CSU-Delegierten im Neumarkter Landkreis zwischen der Kreisvorsitzenden Susanne Hierl und dem Stadtverbandsvorsitzenden Marco Gmelch entscheiden. Damit ist aber noch nicht ausgemacht, das einer der beiden Aspiranten auch tatsächlich CSU-Direktkandidat wird. Dem Vernehmen nach werden auf der Amberger Seite im Moment fünf bis sechs Namen gehandelt.

Foitzik will antreten

Eine SPD-Nominierung ist laut Parteisatzung an eine Präsenz-Wahlrunde gebunden. Eigentlich hätten die Sozialdemokraten auf Unterbezirksebene bereits Mitte Oktober einen Kandidaten bestimmt. Wegen Corona ist dieser Termin nun auf März verschoben, bevor sich die Delegierten der SPD-Basis mit denen aus dem Amberger Raum zur Nominierung treffen.

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Gegenwärtig gibt es mit dem 60-jährigen Johannes Foitzik aus Sengenthal/Buchberg einen Genossen, der sich für einen Sitz im Bundestag bewerben will. Er war schon einmal bei der letzten Bundestagswahl 2017 in den Ring gestiegen.

Ein Freier aus dem Landkreis?

Die Freien Wähler im Landkreis Neumarkt haben die feste Absicht, wieder mit einem Direktkandidaten bei der Parlamentswahl anzutreten. Nach Angaben von Pressesprecherin Daisy Miranda ist Ende Februar mit einer Nominierung zu rechnen. Namen werden bei den Freien Wähler im Moment noch nicht gehandelt. Aber es könnte sich abzeichnen, dass der Bewerber für das Direktmandat diesmal aus dem Landkreis Neumarkt kommt. Denn 2017 hatte mit Manuel Werthner ein Freier aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach kandidiert.

Bei Bündnis 90/Die Grünen ist die Hängepartie schon länger beendet: Bereits Ende Oktober ist bei der Öko-Partei Karl-Heinz Herbst aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach aufgestellt worden. "Ich habe Druck gemacht, weil ich gerochen habe, das ein weiterer Lockdown kommt", sagte die Grünen-Kreisvorsitzende Gabriele Bayer im NN-Gespräch. Eine Kampfabstimmung gab es damals nicht. Einerseits sind diesmal die Amberger mit der Bereitstellung eines Kandidaten dran. Andererseits haben die Kommunalwahlen der Öko-Partei manches zusätzliche Mandat eingebracht, wobei bei den Grünen gerade ein Generationenwechsel ansteht. Gabriele Bayer: "Wir werden wahrscheinlich das Direktmandat nicht erringen, da sind wir sehr realistisch. Man muss vorrangig die Kräfte da einsetzen, wo man etwas erreichen kann."

Die FDP hat bereits Ende September im Forsthof in Kastl Nils Gründer als Bundestagskandidaten nominiert (wir berichteten). Der Neumarkter dürfte mit seinen 23 Jahren einer der jüngsten Bewerber um einen Parlamentssitz sein.

Bis Redaktionsschluss konnten die Linken zur Kandidatenfrage nicht erreicht werden.

WOLF-DIETRICH NAHR

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