Lange Schlangen, wenig Dosen

Mobile Impfungen im Kreis Neumarkt: Ansturm auf den "Booster"

DATUM: 03.08.2016..RESSORT: Lokales Politik..FOTO: Horst Linke ..MOTIV: NN-Mitarbeiter - NN-Frühstück..Nicolas Damm..Mitarbeiterportraits..
Nicolas Damm

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26.11.2021, 10:13 Uhr
Am Mittwoch warteten vor allem ältere Leute vor der Berchinger Kulturhalle auf eine Auffrischungsimpfung durch das mobile Impfteam.

Am Mittwoch warteten vor allem ältere Leute vor der Berchinger Kulturhalle auf eine Auffrischungsimpfung durch das mobile Impfteam. © Fritz Etzold, NNZ

Lange Schlangen, Drängeleien, ältere Menschen, eisige Kälte - und am Ende müssen viele ungeimpfter Dinge wieder abziehen. Überall dort, wo das mobile Impfteam des Neumarkter Impfzentrums draußen in den Gemeinden seine Spritzen aufzieht, droht Chaos und Ärger. "So kann es nicht weitergehen", weiß auch Landkreissprecher Michael Gottschalk. Deshalb sollen die mobilen Impf-Aktionen schon in Kürze etwas anders ablaufen.

Mittwochmorgen vor der neuen Kulturhalle in Berching. Es ist knackig kalt, immerhin scheint die Sonne. Schon weit vorm ersten Schuss mit Biontech, Moderna oder Johnston & Johnston um 11 Uhr bildet sich ein Grüppchen vor der Halle; der früheste wartet schon seit Viertel nach acht. Weil es keine Anmeldung gibt, tut die Stadt Berching gut daran, schon ein paar Minuten vor Beginn Zettel mit Nummern auszugeben.

Die Stadtverwaltung vergab Nummern bis 89, auch wenn es nur 70 Impfdosen gab. Auch für Nachrücker, falls Wartende vor dem Pieks abspringen. Rund 50 Impfwillige waren umsonst gekommen.

Die Stadtverwaltung vergab Nummern bis 89, auch wenn es nur 70 Impfdosen gab. Auch für Nachrücker, falls Wartende vor dem Pieks abspringen. Rund 50 Impfwillige waren umsonst gekommen. © Fritz Etzold, NNZ

Doch als ein Mitarbeiter der Verwaltung verkündet, dass nur 70 Dosen für die dreistündige Sonderaktion vorhanden sind, drängen viele nach vorne. Nachdem die Nummern verteilt sind, heißt es warten. Ältere Frauen und Männer stehen in der Kälte, erst später werden Stühle herausgestellt. Rund 50 Personen gehen an diesem Mittag leer aus, bei ihnen ist natürlich die Enttäuschung groß.

Es war nach der Freigabe des dritten Stichs für alle Erwachsenen absehbar: Das Neumarkter Impfzentrum in Loderbach wird derzeit überhäuft mit Anmeldungen, vor allem für Booster-Impfungen. Die Termine dort sind bis in den Januar hinein verbucht. Deshalb fahren auch "Auswärtige" zu den mobilen Stationen in den Gemeinden: nach Berching am Mittwoch, Seubersdorf am Donnerstag, sicher auch nächste Woche nach Mühlhausen.

Eigentlich seien die Impfangebote vor Ort vor allem für Senioren gedacht, denen man den langen Weg ins Impfzentrum ersparen möchte, sagt Michael Gottschalk. Doch bei den bisherigen Terminen sei es zur "totalen Überlastung" gekommen, weshalb jetzt nachgebessert werden soll. Angedacht sind längere Impfzeiten, eine Aufstockung auf 200 Dosen und eine Voranmeldung. Schon in den kommenden Tage werden die Änderungen bekannt gegeben.

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