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Montag, 14.10.2019

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Muss ein erfolgreicher Architekt Cowboy sein?

Baukultur-Vortragsreihe startet mit Planer des Konzerthauses Blaibach und zwei österreichischen Protagonisten - 12.02.2019 13:05 Uhr

Thema beim Architektur-Podium im Maybach-Museum: das Konzerthaus in Blaibach. © Naaro/DL


Johannes Berschneider vom regionalen Bund Deutscher Architekten (BDA) ist davon überzeugt, dass es mit der Neuauflage der Veranstaltungsreihe zur Baukultur gelingen wird, Architekturfans, Fachleute, Baulaien und Politiker ("es könnten noch mehr da sein") aus der ganzen Region nach Neumarkt zu bringen. Die drei Vorträge im Frühjahrszyklus sollen laut Berschneider untermauern, "wie mutig man bauen kann, wenn Behörden, Bürger und Architekten zusammenspielen".

Den Auftakt bildet der Termin mit dem Münchner Architekten Peter Haimerl am Mittwoch, 20. Februar, um 19 Uhr im Maybach-Museum. Auf dem Podium wird der Planer des Konzert- und Bürgerhauses Blaibach stehen. Der Träger des Bayerischen Architekturpreises 2018 wird von den Schwierigkeiten berichten, die er bei der Verwirklichung des futuristisch-avantgardistischen Projektes inmitten eines Dorfes im Landkreis Cham hatte. Inzwischen sei der Veranstaltungsort aber "in aller Munde", berichtet Johannes Beschneider. "Das Konzerthaus ist ausgebucht, die Bürger sind begeistert."

Auch Haimerls Konzept, Bauernhäuser modern weiterzubauen, "begeistert uns alle", so Beschneider bei der Präsentation der Veranstaltungsreihe in Neumarkt.

Am Mittwoch, 6. März, liefert der Österreicher Thomas Lechner um 19 Uhr im Maybach-Museum seinen Werkbericht "Einfach bauen" ab. Johannes Berschneider bezeichnete den Kollegen als "Cowboy". Er ziehe "sein Ding" durch und komme zum Ziel — für den Pilsacher Architekten besteht da eine Seelenverwandtschaft: "Oberpfälzer sind eigentlich auch Cowboys, die nicht eingeschüchtert alles wieder aufgeben."

Johannes Berschneider und Andreas Schmid stellten die neue Architektur-Vortragsreihe vor. © André De Geare


Die österreichische Art, auch im ländlichen Raum einfach und traditionell zu bauen, lässt sich laut Johannes Berschneider hierzulande nicht so einfach nachahmen: "Bei uns ist es nicht so einfach, einfach zu bauen." Viele Auflagen und Gesetze stellten in Deutschland Hindernisse dar.

Als zweite Vertreterin aus der Alpenrepublik kommt Helena Weber aus Vorarlberg am Mittwoch, 27. März, nach Neumarkt, um auch im Maybach-Museum zu referieren. Unter dem Titel "Verzweigungen" wird die Architektin einiges zum Bauen mit Holz sagen. Helena Weber wirkt in Gestaltungsbeiräten von Kommunen mit und hat auch durch ihre Veröffentlichungen international einen ausgezeichneten Ruf.

Mitorganisator Andreas Schmid erklärt die Attraktivität der Reihe "Architektur + Baukultur" so: "Die Teilnehmer begeistern nicht nur die Form, das Material und der Ort, sondern auch der Planungsweg."

wdn

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