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Neue Gespräche über Sanierung des Neumarkter ASV-Sportzentrums

Corona-Nebenwirkungen beim Verein führen Dringlichkeit einer Lösung vor Augen - 25.07.2020 06:08 Uhr

Das marode Sportzentrum am Deininger Weg behindert als finanzieller Klotz am Bein die Entwicklungsperspektive des ASV Neumarkt. Über Neubau oder Sanierung des Industriebaus entscheidet die Politik.

© Foto: André De Geare


Je mehr Sparten sich mit entsprechenden Hygiene-Konzepten ihren Weg zurück in die Normalität bahnen, desto stärker drängt sich beim Vorsitzenden Jürgen Drabant auch wieder die altbekannte Problematik des maroden Sportzentrums auf. Aktuell laufen technische Instandsetzungsmaßnahmen, um Brandschutzauflagen zu erfüllen. "Auch die sanitären Räume genügen nicht mehr dem Anspruch", weiß Drabant um den Leidensdruck seiner Sport-Asse, der sich indes auf der wirtschaftlichen Seite spiegelt. Neben den hohen Energiekosten für den Industriebau aus den 70er Jahren resultiert ein Teil der — im siebenstelligen Bereich zu verortenden — Verbindlichkeiten des Klubs aus den nachträglich errichteten Gebäude-Trakten auf dem Areal am Deininger Weg und schränkt gleichzeitig die Handlungsmöglichkeiten ein.

"Durch Corona ist es fraglich, ob unser eingeschlagener Sparkurs greift. Wir kommen zwar zurecht, aber die Lage ist angespannt." Die massiven Einnahme-Ausfälle der Gastwirtschaft bezahlt der ASV bereits in Form einer vorübergehenden Miet-Freistellung des Pächters. Für eine Gesamt-Lösung, die über kosmetische Behandlungen wie die temporäre Reparatur einer undichten Stelle im Dach oder die Neugestaltung der Kabinen durch die Fußballer hinausgeht, "sind wir auf Hilfe angewiesen", konstatiert Drabant.

Signale aus der Verwaltung

Seit knapp einem Jahr als Nachfolger des zurückgetretenen Rüdiger Cedl im Amt, der schon 2016 mit einer Investition von über einer Million Euro kalkulierte und die Weichenstellung zum finalen Ziel seiner Tätigkeit erklärt hatte, bemüht sich Drabant um eine dezente Annäherung. Schließlich gilt es die Stadt Neumarkt als Eigentümerin der Liegenschaft und auch den Landkreis als bedeutenden Kunden (Schulsport) zur Finanzierung des inzwischen mit mehr als drei Millionen Euro veranschlagten Großprojekts einzubinden.

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Nachdem die Hoffnung auf einen schnellen großen Wurf im vergangenen Jahr verpuffte und städtische Zuwendungen zunächst für ein Gutachten aufgestockt wurden, erkennt Drabant im Findungsprozess heute eine neue Dringlichkeit. Längst in der Mottenkiste verschwunden sind Luftschlösser vom Kunstrasenplatz oder gar einem neuerlichen Standort-Wechsel auf die grüne Wiese am Flugplatz. "Es geht darum, eigene Hausaufgaben zu erledigen und die Vorstellungen im Verein für ein Konzept zu formulieren. Das war früher geplant, hat sich nur durch die Kontaktbeschränkungen verzögert. Von der Stadt haben wir dazu entsprechende Signale erhalten, die mich zuversichtlich stimmen. Demnächst soll es einen genaueren Austausch geben", berichtet Drabant.

Tatsächlich nahen Gespräche auf Verwaltungsebene, wie UPW-Stadtrat Martin Meier, einer der Sportreferenten, auf NN-Anfrage bestätigt. "Das Thema wird uns in den nächsten Monaten intensiv beschäftigen, daran kann uns Corona nicht hindern", verrät er. Lässt sich der Landkreis über eine zu erwartende Mietsteigerung hinaus auf eine Beteiligung ein? Macht eine Generalsanierung beziehungsweise ein Neubau mehr Sinn? Für welches Szenario können Fördergelder beantragt werden?

"Diese Entscheidungen können erst auf der Grundlage eines umfassenden Zahlenwerks getroffen werden", betont Meier, der sich jedoch vehement gegen den Eindruck wehrt, die Angelegenheit sei zwischendurch zum Stillstand gekommen. "Gut Ding will eben Weile haben. Die Stadt hat genug andere Baustellen." In den Verhandlungen müssten die Beteiligten sicher aufeinander zu gehen, doch glaube er fest an einen Konsens. 

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