Mittwoch, 13.11.2019

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Neumarkt: Bürgermeister Albert Löhner kandidiert nicht mehr

OB-Stellvertreter will in der CSU nicht mehr "Statist und Staffage" sein - 17.10.2019 18:10 Uhr

Der Altlandrat des Landkreises Neumarkt und OB-Stellvertreter in der Kreisstadt hat die Nase voll: Auf der Stadtratsliste der Neumarkter CSU wird Albert Löhner nicht mehr stehen. Er ist der seiner Meinung nach mangelnden Qualität in der Kommunalpolitik überdrüssig. © Foto: Wolfgang Fellner


Die Ablehnung seiner Partei erkläre sich aus der wohl angestrebten Verjüngung der Stadtratsliste. Einer CSU-Pressemitteilung war zu entnehmen, dass voraussichtlich 20 der 40 CSU-Kandidaten zum ersten Mal antreten werden. Albert Löhner ließ im NN-Interview keine Zweifel über seine Entfremdung in Bezug auf die örtliche CSU aufkommen. Ihm passe der dort herrschende "Corpsgeist" nicht. Er selbst sei nun einmal "nicht angepasst an die Kultur in der CSU".

In seinen kommunalen Führungsfunktionen habe er sich immer um "hohe Qualität" bemüht. Er befinde sich aber nun in der Rolle, "Statist und Staffage" zu sein. Löhner: "Das ist unerträglich."

Keine Perspektive, keine Hoffnung

Gleichzeitig rechnete der Altlandrat mit der Neumarkter Kommunalpolitik insgesamt ab: Dieser fehle schlicht die "Qualität". Wörtlich sagte er: "Das kann ich aber nicht ändern, da ist keine Perspektive und keine Hoffnung."

Albert Löhner wird sich aber auch nach seinem Ausscheiden aus dem Neumarkter Stadtrat nicht über Langeweile beklagen müssen, da er noch eine ganze Reihe ehrenamtlicher Funktionen erfüllt. Ist der Kommunalpolitiker am Ende doch noch für eine Überraschung gut und kandidiert auf einer anderen Liste? Vielsagend antwortete Löhner darauf: "Darüber habe ich mir überhaupt noch keine Gedanken gemacht."

Über hundert Delegierte des CSU-Stadtverbandes Neumarkt werden am heutigen Donnerstag ab 19 Uhr im Neumarkter ParkInn-Hotel über die Stadtratsliste entscheiden. Laut Pressemitteilung ist von einem "Generationswechsel" die Rede, weil die Hälfte der Bewerber ihr Debüt geben werde.

Dennoch werde auch auf die etablierten und erfahrenen Stadträte gesetzt. Zwölf der 16 CSU-Stadträte seien für eine Kandidatur vorgesehen. Das werde die "Basis für eine erfolgreiche Stadtratsarbeit der CSU bilden", erklärte der Fraktionsvorsitzende Markus Ochsenkühn laut Pressemitteilung. Der CSU-Vorsitzende Marco Gmelch setzt auf "intensive Arbeit in der Sache, eine permanente Erneuerung und frische Ideen verschiedener Personen".

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