Neumarkt: "Der Ausbau der B 299 ist überflüssig"

19.1.2021, 09:36 Uhr
Neumarkt:

© Foto: Wolfgang Fellner

Die Botschaft des BN ging auch an OB Thomas Thumann, Landrat Willibald Gailler, Finanzminister Albert Füracker sowie den Bundestagsabgeordneten Alois Karl.

Immer mehr Bürger hätten sich gegen den Ausbau der B 299 rund um Neumarkt ausgesprochen, erinnert der BN. Dies führte nach Gründung der BI Stauf auch in Woffenbach zur Gründung einer BI "Genug davon – B299". Mit Abstandstreffen im Privatgarten bis hin zu Online-Konferenzen hätten Bürger aus Woffenbach und BN-Mitglieder angesichts der Pandemie versucht, die vorliegenden Planungen und Gutachten zu untersuchen.

Passt nicht mehr in die Zeit

"Seit Mitte des Jahres haben wir mit vielen Stadträten, Mandatsträgern und Bürgern Gespräche geführt und Überzeugungsarbeit geleistet. Wir können heute mit Fug und Recht behaupten, dass eine Reihe von Verbesserungen vorgeschlagen wurden und die ursprüngliche Planung aufgrund der Veränderungen in der Gesellschaft heute nicht mehr in die Zeit passt. Was vor 15 bis 20 Jahren noch Sinn machte, ist angesichts des Klimawandels und seiner zu vollziehenden Konsequenzen nicht mehr zu verantworten. Zudem hat uns das Jahr 2020 mit seiner Pandemie aufgezeigt, dass sich auch der Verkehr in den nächsten zehn Jahren grundlegend verändern wird", schreibt der Bund Naturschutz.

Als Beispiele nennt der BN, dass Meetings künftig online statt fänden, Kundengespräche würden am Bildschirm ablaufen, was lange Anfahrtswege erspart, die Arbeitnehmer vieler Berufsgruppen würden künftig im Homeoffice arbeiten und Warenströme würden zwingend auf andere Verkehrsträger umgeleitet.

"All dies macht den geplanten Straßenausbau überflüssig und verursacht in Zeiten knapper werdender öffentlicher Finanzen nur eine massive Geldverschwendung", so der BN.

Weniger motorisierter Verkehr

Die heutigen Prognosen gingen davon aus, dass der motorisierte Verkehr in Deutschland um 40, 50, ja sogar 67 Prozent abnehmen müsse (je nach Gutachten), um die Klimaziele von Paris einzuhalten. Und an diesen Zielen hielten in Deutschland alle Parteien und NGOs weiterhin fest mit einer einzigen Ausnahme. "Deshalb dürfen wir uns in Neumarkt nicht gedankenlos darüber hinwegsetzen, sondern müssen alles daransetzen, auch hier die Vorgaben des Bundes einzuhalten", so der BN.

Denn Bayern sei trauriges Schlusslicht bei umweltfreundlicher Mobilität. Vor einigen Wochen hätten Allianz pro Schiene, Deutscher Verkehrssicherheitsrat (DVR) und BUND eine Studie von Quotas veröffentlicht, welche die fünf Themenbereiche Verkehrssicherheit, Lärmminderung, Flächenverbrauch, Klimaschutz und Luftqualität alle paar Jahre untersucht. "Das Abrutschen Bayerns auf den letzten Platz signalisiert eindeutig, dass bei uns in diesen Sektoren dramatischer Nachholbedarf besteht und damit auch die beim B299-Ausbau zugrundeliegenden Planungen gestoppt werden müssen", schreibt der BN.

Nur am Kreisel läuft es nicht

Der Verkehr um Neumarkt laufe flüssig, mit Ausnahme am Pöllinger Kreisel. Bei allen offiziellen Aussagen zur "Verkehrsverflüssigung" sei aber gerade vom Pöllinger Kreisel nirgends die Rede.

Der geplante Ausbau der B 299 wäre ein fataler Beitrag zur Zerstörung unserer Zukunft. "Deshalb bitten wir Sie für das kommende Jahr, bei allen Entscheidungen die Lösungen anzupacken, die auch im Sinne der kommenden Generationen sind", mahnt der Bund Naturschutz.

 

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