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Neumarkter Betriebsärzte sind bereit – dürfen aber nicht impfen

Der Wille in den Betrieben ist da, aber es fehlt der Impfstoff - 20.04.2021 12:38 Uhr

Noch ist es nur ein Modellprojekt: Bis Ende April sollen sich Beschäftigte von zehn ausgewählten bayerischen Firmen durch den Betriebsarzt impfen lassen können. Die Neumarkter Arbeitnehmer müssen wohl noch eine Weile auf ein solches Angebot warten.

19.04.2021 © Roland Fengler, NN


Das Impfen nimmt langsam Fahrt auf. Rund 20 Prozent der Bundesbürger haben in einem der 430 Impfzentren oder vom Hausarzt die erste Dosis verabreicht bekommen. Nun überlegen Firmen, auch in Neumarkt, wie und wann sie ihren Mitarbeitenden ein Impf-Angebot machen können. Die Bereitschaft ist da, doch es scheitert an ganz elementaren Dingen.

Im Neumarkter Landratsamt sind die Rahmenbedingungen geklärt: „Unsere Betriebsärztin ist bereit, das Impfen zu übernehmen“, sagt Sprecher Michael Gottschalk. Betroffen wären rund 500 Beschäftigte, die – Impf-Bereitschaft vorausgesetzt – an der Arbeitsstätte einen Pieks bekämen.



In Deutschland gibt es rund 12 000 Betriebsärzte, die theoretisch pro Monat fünf Millionen Menschen impfen könnten. So rechnet es der Verband Deutscher Betriebs- und Werks-ärzte (VDBW) vor. Der Zahl zugrunde gelegt ist eine tägliche Impfzeit je Arzt von zwei Stunden.

Der Verband hatte sich zuletzt vor einem Monat mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ausgetauscht. Ein strittiger Punkt sind die Priorisierungen, die der VDBW in seiner jetzigen Form für nicht praktikabel hält. Ende April sollen die Gespräche fortgesetzt werden, weil aktuell nur Impfzentren und Hausärzte mit den knappen Covid-Vakzinen versorgt werden.

Erst sind die Hausärzte dran Michael Gottschalk vom Landratsamt hofft, dass Ende April mehr Impfstoff zur Verfügung stehen wird. Zunächst für die Hausärtze, „die dafür am besten gerüstet sind“. Danach mache es Sinn, die Betriebsärzte einzubinden, die seit Anfang April zwar als „Leistungserbringer“ in der Impfverordnung stehen, aber noch nicht mit Impfstoff versorgt werden. „Dazu muss das Gesundheitsministerium die Freigabe erteilen“, erklärt Gottschalk.

Bis es soweit ist, dürften die Neumarkter Arbeitgeber noch ausreichend Zeit haben, die Voraussetzungen zu schaffen.

Das sind die Impfpläne der Neumarker Firmen

Die Neumarkter Nachrichten haben bei großen Unternehmen in der Stadt nachgefragt, ob es innerbetriebliche Impf-Pläne gibt und wie diese aussehen.

„Wir stehen mit unserer Betriebsärztin in Kontakt“, schreibt Eva-Maria Kerschensteiner von Dehn SE. „Wir haben entschieden, dass wir, sofern Verfügbarkeit und Priorisierung dies möglich machen, unserer Belegschaft ein Impfangebot machen wollen.“

Ähnlich die Antwort von Lammsbräu-Chef Johannes Ehrnsperger „Wir sind zum Thema Impfen mit unserer Betriebsärztin im Gespräch. Ob und wann wir ein Impfangebot machen können, ist allerdings auch von der grundsätzlichen Verfügbarkeit von Impfstoffen abhängig.“

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Praxis auf vier Rädern Konkretere Formen nehmen die Pläne der Klebl GmbH an. Sobald Freigabe und Impfstoff vorliegen, käme der Betriebsarzt aus Regensburg mit seiner Praxis auf vier Rädern nach Neumarkt gerollt, erläutert Bernhard Müller, Geschäftsführer für Baulogistik. Wegen möglicher Impf-Reaktionen habe der Mediziner allerdings dazu geraten, nicht ganze Abteilungen auf einmal zu impfen.

In der Stadtverwaltung Neumarkt, zu der auch Bauhof, Bücherei, Museen, Stadtwerke und Stadtgärtnerei gehören, gibt es „dazu derzeit keine Pläne“, teilt Pressesprecher Franz Janka mit.

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