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Dienstag, 22.10.2019

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Neumarkter Klimaschutzpreis für vorbildliches Engagement

Der Klimaschutzpreis wurde zum dritten Mal verliehen - 17.05.2019 21:14 Uhr

Fünf Preisträger in vier Kategorien: Die Zahl der Bewerber für den Neumarkter Klimaschutzpreis war hoch und die Qualität der Beiträge ebenso. Die Jury hatte keine leichte Wahl. © Foto: Fritz Etzold


Den Preis für "Organisationen, Schulen und sonstige Einrichtungen" teilen sich das Haus der kleinen Füße in Pölling und Probine, der Trägerverein des Naturkindergartens in Wolfstein. Die Rübenretter wurden in der Kategorie Gewerbe ausgezeichnet und Christian Huber bekam den Klimaschutz-Preis als "Junger Tüftler".

"Egal, wie man zu der Fridays-for-Future-Bewegung steht", sagte Bürgermeister Albert Löhner, "eines müssen wir ernst nehmen: Die junge Generation fordert jetzt ein nachhaltiges Verhalten von uns ein, weil es um ihre Zukunft geht." Die Stadt Neumarkt mache ihre Hausaufgaben, habe etwa in allen eigenen Liegenschaften große Energieeinsparungen geleistet. Doch die meisten Häuser sind in Privatbesitz. Deshalb gebe die Stadt Anreize wie die Faktor-10-Förderung oder die Grüne Hausnummer. Auch der Klimaschutzpreis gehört dazu, den die Firmen Klebl Hausbau und Gloßner Immobilien gestiftet haben. Er wird seit 2015 an Neumarkter vergeben, die sich in besonderer Weise mit einem konkreten Beitrag für den Klimaschutz engagieren und somit eine Vorbildfunktion einnehmen.

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Gerade bei den eigenen vier Wänden machen sich inzwischen viele Neumarkter viele Gedanken, ein energieeffizientes Haus zu bauen. "Es gab viele gute Eingaben", sagte Georg Hollfelder von Klebl Hausbau. Eva Borke-Thoma und Markus Borke überzeugten die Jury durch ihr Gesamtkonzept. Das 2018 bezogene Einfamilienhaus ist in Holzständerbauweise von regionalen Firmen errichtet worden aus ökologisch-nachhaltigen Baustoffen.

Dank Solarzellen, Stromspeichern und anderer technischer Finessen ist es zwei Drittel es Jahres energieautark. Strom- Überschüsse bei Sonnenschein werden in das E-Mobil "getankt" oder über eine Energie-Sharing-Plattform zur Verfügung gestellt.

Bei den Organisationen gibt es zwei Preisträger, die Stifter Hans Werner Gloßner vorstellte. Die Pöllinger Krippe "Haus der kleinen Füße" achte seit ihrer Öffnung 2014 auf ausgewogene und vollwertige Ernährung. Fleisch kommt nur einmal in der Woche auf den Tisch, dafür gibt es viel Gemüse und Obst – selbstverständlich aus der Region und passend zur Jahreszeit.

Der Verein Probine betreibt den Naturkindergarten Wolfstein in einem umgebauten Kuhstall neben der Burg Wolfstein. Gespielt wird fast nur draußen. Es gibt einen eigenen Gemüsegarten, dessen Früchte selbst zubereitet werden.

Dabei ist es ganz egal, ob die Gurken krumm sind – anders als im Einzelhandel. Viele zu viele Lebensmittel kommen dort gar nicht hin, weil sie einen scheinbaren Makel haben. Für den Neumarkter Gemüsehändler Patrick Nießlbeck war dies der Anstoß, mit Mitstreitern die "Rübenretter" zu gründen. Mittlerweile liefert ruebenretter.de sechs Tonnen Obst und Gemüse pro Woche aus, die sonst nicht auf den Tisch gekommen wären. Ein absolut preiswürdiger Betrag zum Klimaschutz, so Nachhaltigkeitsreferentin Ruth Dorner.

Die schnellste elektrische Kaffee-Maschine Neumarkts hat Christian Huber entwickelt. Er baute für den Eine-Welt-Laden eine Vespa Ape zum E-Mobil mit Barista-Bar um. Das "openfaircafe" verbindet Klimaschutz mit Abfallvermeidung und fairem Handel, sagte Professor Frank Ebinger, der Leiter des Studiengangs "Management in der Biobranche".

HAUKE HÖPCKE

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