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Padel Tennis soll ganz Bayern erobern

Neumarkt bleibt bei Plänen des BTV zurückhaltend: Hohe Kosten schrecken ab - 17.10.2014 14:10 Uhr

Was in Spanien und Portugal eine große Nummer ist, fristet bei uns ein Schattendasein. In Bayern gibt es bislang zwei Pedal-Courts. Der BTV will das ändern. © Foto: BTV


Wer schon mal in Spanien oder Portugal Urlaub gemacht hat, dürfte sich schon häufiger gefragt haben: Was hat es mit diesen Käfigen auf sich? Und dann spielen sie darin auch noch Tennis. Mit Netz und Glaswänden.

Die Auflösung: Es handelt sich um Padel Tennis. Was auf der iberischen Halbinsel längst ein Megasport mit rund 2,5 Millionen Aktiven ist, fristet hierzulande ein Schattendasein.

Zu Unrecht, findet Detlev Kreysing vom Bayerischen Tennisverband (BTV). Kreysing ist selbst leidenschaftlicher Tennisspieler und A-Trainer. Er greift regelmäßig zum Padel und schätzt dessen Vorzüge: „Pedal hat das Beste aus Squash und Tennis. Es ist eine sehr gesellige Variante.“ Gespielt wird im Doppel, durch ein Mittelnetz getrennt.

Das Spielfeld (20 mal 10 Meter) entspricht fast einem Drittel eines Tennisplatzes. Auf den Grund- und Außenlinien wird ein Käfig gebaut, die drei bis vier Meter hohen Wände werden in das Spiel mit eingebunden. Gespielt wird mit kurzen, paddelartigen Schlägern aus Kunststoff.

Zwei in Bayern

Wenn es nach dem BTV geht, soll Padel Tennis in Bayern jetzt Fuß fassen. Der Startschuss für dieses Vorhaben fiel im August in Unterföhring, auf einem von zwei Padel-Courts in Bayern. Der andere steht in Bernau am Chiemsee.

Der Tennisverband fängt also fast bei Null an. Das langfristige Ziel:
Bis zum Jahr 2020 soll es in Bayern 45 Padel-Vereine und rund 100 Padel-Courts geben. „Natürlich soll es dann auch einen Turnierbetrieb geben“, ist die Vision von Detlev Kreysing.

Dass diese Vision einmal Wirklichkeit werden könne, zeige die große Resonanz. „Die Vereine sind neugierig. Wir erhalten ständig Anfragen“, sagt Kreysing. Zur Markteinführung in Deutschland habe Sportartikelhersteller Adidas ein Konzept entwickelt, das in Bayern nun gemeinsam mit dem BTV umgesetzt werde.

Interessierte Tennisvereine sollen von einem Gesamtpaket aus Bau
und Beratung profitieren. Kreysing: „Pedal Tennis ist eine sinnvolle Ergänzung des Angebots.“ Eine Ergänzung, die eine neue Zielgruppe erschließe und damit letztlich neue Mitglieder locke.

Eine Ergänzung, die allerdings auch eine hohe Investition erfordert. Um genau zu sein: 70 000 Euro.

Kreysing relativiert diese Summe ein wenig, er sagt, erste Gespräch zwischen dem BTV und dem Bayerischen Landessportverband (BLSV) hätten ergeben, dass zu den 70 000 Euro ein Zuschuss in Höhe von 20 Prozent möglich wäre. Käme dann noch ein Sponsor oder ein Zuschuss aus kommunaler Kasse hinzu, sei die Investition überschaubar.

Langfristige Investition?

Trotz möglicher Geldspritzen schrecken viele Vereine vor einer langfristigen Investition in den Padel-Sport zurück.

„Dafür ist das finanzielle Polster einfach nicht groß genug“, sagt Walter Otto, sportlicher Leiter der ASVTennisabteilung.

Er und seine Vereinskollegen haben noch nicht ernsthaft darüber nachgedacht, einen Padel-Platz in Neumarkt aus dem Boden zu stampfen. „Es scheitert am Geld.“

Die Vorstellung des BTV, dass Padel Tennis neue, zahlende Mitglieder im großen Stil anlocke, hält Walter Otto für unwahrscheinlich. „Eine neue Sportart zu etablieren, dauert bei uns sehr lang“, glaubt er.

Zumindest einen Neumarkter hat das Padel-Virus schon gepackt: Walter Otto spielt gerne mit Freunden und Verwandten. „Die Schläger habe ich schon gekauft“, sagt er. Fehlt eigentlich nur noch ein ordentlicher Platz in Neumarkt. 

PHILIP HAUCK

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