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Pfleiderer setzt in Neumarkt auf Harnstoff

Zusatz soll Ausdünstung von Formaldehyd bei Spanplattenproduktion absenken - 18.09.2019 10:03 Uhr

Die frisch verpressten Spanplatten werden in dem rotierenden Fächer gekühlt und getrocknet. Dabei tritt schädliches Formaldehyd aus. Durch die Zugabe von Harnstoff wird diese Emission künftig deutlich geringer.


Die Anlage besteht aus zwei 80-Kubikmeter-Stahlsilos, die 13,9 Meter hoch sind und einem Nebengebäude.

Formaldehyd ist ein Bestandteil des Klebstoffs, der die Holzspäne zusammenhält. 2014 hat die EU es in die Kategorie "kann Krebs erzeugen" eingestuft. Ab 2020 gilt für Produktionsanlagen ein Grenzwert von zehn Milligramm pro Kubikmeter Abluft.

Bei Pfleiderer ist es auch mit der neuen Anlage das Doppelte. Genehmigungsbehörde ist das Landratsamt, doch die Stadt muss ihr Einvernehmen geben, so dass das Vorhaben Thema im Bausenat war. Dieter Ries (Flitz) kritisierte, dass Pfleiderer die Grenzwerte nicht einhalte.

Ries: "Verschlechterung statt Verbesserung"

Das sei kein spezifisch Neumarkter Thema, sagt Michael Gottschalk, Sprecher des Landratsamtes. "Generell ist bei Holzwerkstoffen die Technik nicht so weit." Es gebe Gespräche zwischen dem bayerischen Landesamt für Umweltschutz und dem Bundesumweltministerium. In der Regel werde es so sein, dass die Produzenten eine Ausnahmegenehmigung beantragen werden. Diese gelte, bis der Stand der Technik weiter ist.

"Statt einer Verbesserung soll eine dauerhafte Verschlechterung im Neumarkter Talkessel genehmigt werden", kritisierte Flitz-Stadtrat Dieter Ries in einer E-Mail das Vorhaben von Pfleiderer. Dies sei eine Unverschämtheit.

hoe

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