Montag, 16.12.2019

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Postbauer-Heng investiert ins Kanalnetz

In den beiden nächsten Jahren fließen rund 20 Millionen Euro in den Untergrund. - 13.11.2019 12:36 Uhr

Im Sommer 2018 standen die Menschen in Postbauer-Heng nach Unwettern knöcheltief im Wasser. Durch Investitionen ins Kanalnetz sollen sich solche Hochwasser-Ereignisse möglichst nicht wiederholen. © F.: Fellner


Die Richtlinien für Zuwendungen zu wasserwirtschaftlichen Vorhaben, kurz RzWAS, sehen eine Förderung durch den Freistaat von bis zu 50 Prozent vor, erklärte Kratzer. Nicht alle Gemeinden kommen in den Genuss dieser Förderung, sie müssen dafür schon in der Vergangenheit an der Ertüchtigung ihrer Infrastruktur gearbeitet haben. Kratzer: "Das haben wir."

Die Förderung läuft maximal bis 2021, sagte Kratzer, und die Verwaltung habe alles daran gesetzt, die Maßnahmen der kommenden zehn Jahre, die sowieso anstehen, in diese zwei Jahre zu packen. Sportlich sei das und verlange einen hohen Einsatz, nicht nur von Arbeit in der Verwaltung, sondern auch von Geld auf Seiten der Kommune. Aber mit günstigen Krediten und Zwischenfinanzierungen sollte der ambitionierte Plan umgesetzt werden können. Die Regierung der Oberpfalz habe schon mündlich zugesagt, dass die Zuschüsse fließen werden.

"Wir wollen heute, auch wenn die Gelder erst im nächsten Haushalt stehen, schon jetzt ein Zeichen setzen auch für den neuen Gemeinderat, dass wir das umsetzen wollen", sagte Kratzer. Die Einnahmen seien stabil, "nehmen wir die 50 Prozent mit und schauen, dass wir das schaffen". Es sei eine Belastung für Planer wie Firmen und bedeute, dass in den beiden Jahren im Haushalt wenig Spielraum für andere Investitionen bleibe.

Mehr Stauraum

Die Maßnahmen, um die es geht, sind in der Vergangenheit immer wieder diskutiert worden. Unter anderem soll der Kanal in der Neumarkter Straße größer werden, dasselbe gilt für Bereiche im Centrum und in Kemnath, um bei Platzregen volllaufende Keller zu verhindern. Jürgen Rupprecht pflichtete bei: "Machen wir es, das Risiko ist überschaubar." Einen Schritt weiter war Thomas Härtl: "Tun wir es. Und wenn sich abzeichnen sollte, dass wir eine Maßnahme nicht schafffen, können wir die immer noch aufschieben." Diesen Gedanken hatte auch Erich Pröpster gehabt. Er bat darum, dass der Rat von der Verwaltung permanent auf dem Laufenden gehalten werde, wie die Maßnahme verlaufe, wie die Gelder fließen, was machbar sei.

Einstimmig abgesegnet hat der Rat auch die Wahl des Führungstrios der alten und neuen Feuerwehr Postbauer-Heng. Beide Feuerwehren haben sich zusammen geschlossen, um die Aufgaben besser bewältigen zu können. Erster Kommandant ist künftig Michael Rupprecht, seine Stellvertreter sind Christian Reif und Tobias Lukas.

Die Erschließung des Wohngebiets Meistersingerstraße wird die Firma Strabag aus Regensburg übernehmen, sie ruft dafür 828000 Euro auf. Zehn Firmen hatten die Unterlagen eingefordert, zwei ein Angebot abgegeben. Der Rat stimmte der Vergabe an die Strabag zu.

Fünf Bauanträge standen auf der Tagesordnung: Der Rat stimmte dem Bau einer Kfz-Werkstatt mit Waschstraße im Gewerbegebiet An der Heide 32 zu. An der Brandmühle kann ein Mehrfamilienhaus samt Garagen gebaut werden, es ist ein EOF-Projekt, das mit Zuschüssen des Staates entsteht, dafür aber günstige Mieten für die meist finanziell nicht so potenten Mieter vorsieht. Dasselbe Programm nutzt der Investor, der an der Michaelstraße in Pavelsbach vier Reihenhäuser errichten wird. Außerdem segnete der Rat noch zwei weitere Bauvorhaben ab, bei denen mehr Wohnraum geschaffen werden soll.

Neues von der Juraleitung

Wenig Neues gab es zur Juraleitung: Bürgermeister Horst Kratzer und Rat Jürgen Rupprecht waren beim Treff mit Vertretern der Bundesnetzagentur in Mühlhausen gewesen. Fazit: Kratzer ist optimistisch, dass es mit der Planung des Ersatzneubaues vorangehen wird. Selbst wenn im Moment eine Aufrüstung auf 360 kV ausgeschlossen werden würde, sagte er, müsste die über 80 Jahre alte Trasse irgendwann erneuert werden. Dass dann Tennet auf den Stand der Technik aufrüsten werde, also 360 kV, sei klar. Klar sei auch, dass der Widerstand gegen eine neue Trasse bleiben werde, auch wenn die Bedürftigkeitsprüfung ergeben würde, die Aufrüstung sei nötig. Und, ergänzte er, selbst wenn sich Bayern auf den Weg machen werde, um sich aus regenerativen Energien komplett zu versorgen, habe der Referent gesagt, brauche es die Leitung. Es gelte nun abzuwarten, wie die Überprüfung ausfallen werde.

WOLFGANG FELLNER

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