Montag, 09.12.2019

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Räderwechsel besser beim Fachmann

Hermann Pfeifer, Vorsitzender der Kreisverkehrswacht, ermahnt Autofahrer zu Winterreifen - 15.11.2019 09:12 Uhr

Wer bei winterlichen Straßenverhältnissen von der Polizei ohne Winterräder erwischt wird, den erwarten Bußgelder. Deshalb rät Hermann Pfeifer, Vorsitzender der Kreisverkehrswacht, jetzt dringend zum Räderwechsel.


Denn: "Unter sieben Grad Celsius haben die harten Sommerreifen nicht mehr genug Grip", weiß Pfeifer. Und der Deutsche Wetterdienst warnt: Eiskristalle gibt es am Donnerstagmorgen nicht nur am Alpenrand zu bestaunen. Vornehmlich im Südosten des Landes kann der Eiszauber zur Gefahr werden. Leichter Nachtfrost zwischen null und minus fünf Grad breitet sich aus. So könne es besonders in Südostbayern zu überfrierender Nässe kommen, heißt es. Da werden die Straßen ganz plötzlich zu Rutschbahnen, wie der erste Glatteisunfall der Saison mit 18 Fahrzeugen und 29 Verletzten am Sonntagmorgen auf der A 7 in Unterfranken zeigte.

In Deutschland besteht eine gesetzliche Winterreifenpflicht, die besagt, dass bei winterlichen Fahrverhältnissen wie Glatteis, Schnee, Reif nur mit Winterreifen gefahren werden darf. Wer sich daran nicht hält, bekommt Ärger mit der Polizei und bei einem Unfall auch mit der Versicherung. Ähnlich ist es in Österreich, wo bei Verstößen bis zu 5000 Euro Bußgeld drohen.

"Wer jetzt noch mit Sommerreifen unterwegs ist, sollte besser gestern einen Termin zum Räderwechsel bei seiner Werkstatt gemacht haben", rät Hermann Pfeifer. Auf den letzten Drücker nach dem ersten Schneefall zu kommen und dann auf einen raschen Termin zu hoffen, die Rechnung gehe meist nicht auf. "Das Räderwechseln geht heute auch in den Werkstätten nicht mehr ganz schnell, denn bei modernen Autos muss das Reifendrucksystem wieder eingestellt werden", sagt Pfeifer.

Natürlich könne man auch selber wechseln, doch da gebe es viel zu beachten. Die Profiltiefe der Reifen sollte am besten noch vier Millimeter betragen. Die gesetzlich vorgeschriebenen 1,6 Millimeter bezeichnet Pfeifer als "abgefahrenen Notlaufreifen": "Das hat mit Sicherheit im Winter nichts zu tun!" Auch sollte die Laufrichtung der Reifen immer dieselbe sein. Der Reifendruck sollte bei Winterrädern erhöht sein, etwa zwei bis vier Zehntel mehr als im Sommer.

Die Schrauben müssen mit dem richtigen Drehmoment angezogen sein, das von Fahrzeug zu Fahrzeug unterschiedlich ist. "Ohne Drehmomentschlüssel sollte man die Finger vom Räderwechsel lassen", mahnt Pfeifer. Denn im schlimmsten Fall könnten sich die Schrauben während der Fahrt lösen oder gar abreißen. Pfeifers Rat lautet deshalb: "Ein auf Sicherheit bedachter Autofahrer geht zum Fachmann."

CHRISTINE ANNESER

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