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Mittwoch, 17.07.2019

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Sengenthaler Schüler greifen tief in die Trickkiste

Der weitgereiste "Casablanca" lässt sich in der Zauberwoche in die Karten schauen - 12.07.2019 06:00 Uhr

Casablanca und seine gelehrigen Schüler zeigen die Karokarte. In der Turnhalle der Grundschule Sengenthal brachte der erfahrene Zauberer aus dem Bergischen Land den Kindern eine Woche lang ein paar coole Tricks bei. Heute führen sie sie ihren Eltern vor. © Foto: André De Geare


Wie hat der "Wizard of Wipperfürth" (Nordrhein-Westfalen) das nun wieder gemacht? Die Kinder der Grundschule Sengenthal wissen es vielleicht schon. Aber, pssst, es wird nichts verraten, der Ehrenkodex unter Illusionisten nicht verletzt. Denn heute endet in Sengenthal die Projektwoche "Zaubern" mit zwölf Zaubershows, in denen die Schüler vor ihren Eltern die Tricks vorführen, die ihnen Casablanca seit Dienstag beigebracht hat.

Sind die Kids in diesem Fall die Zauberlehrlinge, dann sind Stefan Lautenschlager und seine Kolleginnen die Zaubergesellen. "Die Lehrer haben am Montag eine Extra-Einführung bekommen", erzählt der Schulrektor. Denn Casablanca ruft die Schüler jeden Tag klassenweise zu sich in die Turnhalle. Nach der trickreichen Lehrstunde geht es wieder zurück ins Klassenzimmer. "Dort werden die Tricks mit den Lehrkräften eingeübt, da bekommen sie ihren letzten Schliff", sagt Lautenschlager.

Der gute alte Zauberstab hat noch nicht ausgedient. © Foto: André De Geare


Geschliffen kommt auch Casablanca daher. Schwarzer Anzug, Fliege, Zylinder – schon der Aufzug flößt den Grundschülern Respekt ein. Das "Guten Tag, Herr Zauberer" kommt ohne Aufforderung. Denn Rudolf Hofmann greift auch in die pädagogische Trickkiste, vermittelt durch die (herbeigezauberte) Blume etwa die Grund-Benimmregeln. Er macht ein Witzchen, dann wird er wieder ernst; die Kinder kichern, dann lauschen sie gebannt.

Er habe den schönsten Beruf der Welt, versichert Rudolf Hofmann immer wieder. Einst hat er BWL studiert, dann aber sein Hobby zur Profession gemacht. "Zunächst habe ich vor Erwachsenen gezaubert, dann mich auf Schulen spezialisiert." Vor zehn Jahren sei er dann von einzelnen Projekttagen auf ganze Projektwochen umgestiegen. Im ganzen Bundesgebiet wird er gebucht, deshalb reist er gleich im Wohnmobil an. "Das ist jetzt schon meine 253. Zauberwoche."

Der Zauberer hat freilich seinen Preis. Deshalb freut sich Schulleiter Stefan Lautenschlager auch über die Finanzspritzen von Sparkasse und Raiffeisenbank. Der größte Batzen kam aber aus der Kasse des Elternbeirats, zusätzlich wurden pro Kind moderate fünf Euro eingesammelt.

Rudolf Hofmann hat den "schönsten Beruf der Welt", weil er jeden Tag mit Kindern zaubern darf. © André De Geare


Dafür dürfen sich die Eltern heute Nachmittag auf Tricks der Sengenthaler Schüler mit Karten, Streichhölzern und anderen magischen Utensilien freuen. Es muss ja nicht gleich eine zersägte Lehrerin sein. Kaffee, Kuchen, Getränke und Bratwürste warten nach den jahrgangsgemischten Vorführungen in den Klassenzimmern. Dann wird Casablanca sein zweites Engagement in Sengenthal beenden. Vor vier Jahren war er nämlich schon mal da. Simsalabim und auf Wiedersehen: "Am Montag in vier Jahren bin wieder hier." 

NICOLAS DAMM

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