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Freitag, 27.11.2020

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Silvester in Neumarkt ganz ohne Feuerwerk?

Zum Jahreswechsel könnte wegen Corona-Krise das Böllern verboten werden, um Kliniken zu entlasten - 21.11.2020 06:45 Uhr

Am Schafhof, unterhalb der Burgruine Wolfstein, sammeln sich am Silvesterabend Hobby-Feuerwerker sowie Genießer der Pyrotechnik. Gefährlich wird es meist dann, wenn zu viel Alkohol im Spiel ist.

19.11.2020 © Foto: Wolfgang Fellner


In den Niederlanden ist es bereits amtlich: Das Böllern und Ballern an Silvester wird verboten sein. Niedersachsens Nachbarland begründete das damit, dass die medizinischen Notdienste sich mitten in der Krise nicht auch noch um Verletzungen durch Feuerwerkskörper kümmern sollen. Im vergangenen Jahr wurden allein in den Niederlanden rund 1300 Menschen deshalb in Krankenhäusern behandelt.

Ruhige Nachtschicht

Im Landkreis war es die vergangenen Jahre bedeutend ruhiger: Die Neumarkter Polizei erlebte 2019/ 2020 eine ruhige Nachtschicht. Trotz des großen Feuerwerkes im Herzen der Altstadt habe es keine nennenswerten Vorkommnisse gegeben, lautete der Lagebericht. In der gesamten Oberpfalz rückten die Einsatzkräfte hingegen 221 Mal aus. Meistens wegen Raufereien, Sachschäden und Ruhestörungen.

Fehlt die juristische Grundlage?

In Neumarkt wird es am Silvesterabend wohl kein Böller-Verbot geben – weil die Stadt ein eher ruhiges Pflaster ist, und vor allem, weil für ein Verbot die juristische Grundlage fehlt. "Das Sprengstoffgesetz und die Erste Verordnung zum Sprengstoffgesetz sind Bundesgesetze und dort ist auch das erlaubte Abfeuern an Silvester als Ausnahme geregelt", erklärt Dr. Franz Janka, der Pressesprecher der Stadt.

"Schwer zu erreichen"

Alle Vorgänge rund um Corona fallen unter das Infektionsschutzgesetz und seien Ländersache, so Janka weiter. Für die Durchführung wäre also das Landratsamt verantwortlich. "Mangels Zuständigkeit können wir gar kein generelles Verbot aussprechen."

Was die Stadt aber dürfte, wäre bestimmte Bereiche für das Feuerwerken zu sperren. "Aber selbst das ist schwer zu erreichen, da es nur in ganz genau geregelten Fällen möglich wäre, zum Beispiel zum Schutz historischer Bausubstanz oder wegen erhöhter Brandgefahr", erläutert Franz Janka.

Regensburg verweist auf Brandgefahr

Die Regensburger Verwaltung hat sich auf eben jene Brandgefahr berufen und weite Teile der Innenstadt zur knallerfreien Zone erklärt. Corona wird allerdings nicht als Grund für das Verbot genannt.

In Neumarkt heißt es nun abwarten, was Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten kommende Woche berät. Sollte es dann ein bundesweites Feuerwerksverbot geben, wird auch der Neumarkter Nachthimmel an Silvester dunkel bleiben.

PHILIP HAUCK

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