Kein schöner Anblick

Stadt Neumarkt verspricht: Übel veralgter Schlossweiher wird nicht vergessen

3.6.2021, 19:30 Uhr
Der Schlossweiher bekommt das meiste Wasser aus dem Leitgraben, der durch intensiv gedüngte Wiesen und Felder fließt und so viele Nährstoffe mitbringt. Das Ergebnis: Es wuchern derzeit wieder viele Algen hinauf bis zur Oberfläche.

Der Schlossweiher bekommt das meiste Wasser aus dem Leitgraben, der durch intensiv gedüngte Wiesen und Felder fließt und so viele Nährstoffe mitbringt. Das Ergebnis: Es wuchern derzeit wieder viele Algen hinauf bis zur Oberfläche. © Foto: Hubert Bösl

Zwischen beiden liegt der Schlossweiher: Das größte Gewässer im Stadtgebiet könnte ebenfalls eine umfassende Schönheitskur vertragen. Eine solche will die Stadt nach der Neugestaltung des Stadtparks in Angriff nehmen.

Seit Beginn des 20. Jahrhunderts ist der Schlossweiher in Besitz der Lammsbrauerei. Die Familie Ehrnsperger hat ihn schon vor einigen Jahrzehnten an die Stadt Neumarkt verpachtet. "Unter der Bedingung, ihn zu erhalten und zu pflegen", sagt Lammsbräu-Seniorchef Franz Ehrnsperger, der heutige Eigentümer des Weihers.

Der See ist weiterverpachtet

Die Stadt hat den kleinen See, der den Neumarktern erst als Fischteich und Waschplatz und dann zunehmend der Naherholung diente, zur Bewirtschaftung weiter verpachtet. Reinhold Mayer, Angelhändler und Fischer, kümmert sich seit vielen Jahren schon um den Besatz, ohne irgendein Kapital daraus zu schlagen, wie er gegenüber den NN erklärt. In Sachen Zustand und Zukunft des Schlossweihers verweist er die Presse an die Stadt.

Der Zustand des Weihers gab in den letzten Jahren immer wieder Anlass zur Sorge, zumindest bei Passanten, die regelmäßig den befestigten Fußweg auf der Nordseite benutzen. Gerade dort, wo dieser direkt am Wasser entlang läuft, wuchern derzeit wieder viele Algen hinauf bis zur Oberfläche.

Grundwasser speist den Weiher

Leicht hatte es der Schlossweiher tatsächlich nie, bestätigt die Stadt auf Nachfrage. Denn er sei "ein flaches Standgewässer ohne eigenes Einzugsgebiet hinsichtlich eines Zuflusses. Er wird auf natürliche Weise nur durch Zufluss von Grundwasser gespeist".

Ein weiterer Zufluss erfolgt durch den Leitgraben, "der durch die intensive landwirtschaftliche Nutzung geprägt ist und eine erhöhte Nährstofffracht dem Schlossweiher zuführt". Durch diese Eigenschaft sei er "als stark belastetes und hoch eutrophiertes" Standgewässer zu bezeichnen.

Der Bau des Schlossbades gleich auf der anderen Seite der Seelstraße habe keine ungünstigen Auswirkungen auf den Schlossweiher, da die Entsorgung der anfallenden Schmutzwasser über die städtische Kanalisation erfolgt, so die Stadt. Im Gegenteil: Das neue unterirdische Regenrückhaltebecken an der Ecke Sand-/Seelstraße verhindert, dass bei starkem Regen der Überlauf der Kanalisation in den Weiher fließt, wie es laut Eigentümer Franz Ehrnsperger all die Jahre zuvor der Fall war.

Flaniermeile zum Schlossbad

Demnach wären die Voraussetzungen derzeit gut für eine naturnahe "Flaniermeile" von der Altstadt bis zum Schlossbad.

Auch die Stadt sieht den Schlossweiher als wichtige Naherholungsfläche, die "zielführend aufgewertet werden soll, um die Bedürfnisse der Bevölkerung aber auch der Ökologie befriedigen zu können". Nach Fertigstellung des Stadtparks sei daher vorgesehen, ihn "in Abstimmung mit dem Eigentümer und der Bevölkerung einer Überplanung zu unterziehen, die auch ökologische Aspekte berücksichtigen wird".

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