Neumarkter Straße

Stadtplaner präsentiert Rat Ideen zur Nachverdichtung in Berngau

17.7.2021, 16:03 Uhr
Die Großgrundstücke zwischen den Anwesen an der Neumarkter Straße und der Eichentsraße sollen für künftige Bebauungen mit einer Nachverdichtungsplanung zukunftsfit gemacht werden, ebenso Grundstücke im südlichen Teil von Berngau, ebenfalls hinter der Neumarkter Straße.

Die Großgrundstücke zwischen den Anwesen an der Neumarkter Straße und der Eichentsraße sollen für künftige Bebauungen mit einer Nachverdichtungsplanung zukunftsfit gemacht werden, ebenso Grundstücke im südlichen Teil von Berngau, ebenfalls hinter der Neumarkter Straße. © Anne Schöll

Innenentwicklung heißt das Zauberwort,denn Berngau kämpft mit den gleichen Problemen wie viele andere Städte und Gemeinden auch. Die Orte wachsen in der Fläche weiter nach außen, so dass die Ortsmitten ihre Funktion immer mehr verlieren.

Um gegenzusteuern, will die Gemeinde an der Innenentwicklung arbeiten und hat dazu Städteplaner Ralph Stadter vom Ingenieurbüro RSP Bayreuth eingeladen, der sich mit der Nachverdichtung der Flächen hinter den bebauten Arealen der Anwesen an der Neumarkter Straße im nördlichen und südlichen Teil des Kerndorfes befasst.

Zukunftsorientiert und nachhaltig

Zunächst verwies der Planer darauf, es solle eine zukunftsorientierte, nachhaltige Ortsentwicklung in Abstimmung mit der Gemeinde und den Eigentümern werden. Damit erfülle man Ziele des Landesentwicklungsprogrammes, erreiche leichteren Zugang zu Fördermöglichkeiten und schaffe eine Aufwertung und Belebung des Ortskerns.

Als Vorteil für die Grundstückseigentümer nannte er das Ermöglichen von Bauwünschen, eine Wertsteigerung des Grundes und dessen bessere Vermarktung. Die Grundeignern der entsprechenden Grundstücke seien in zwei Versammlungen am vergangenen Samstag über die Planungen informiert worden, teilte Stadter dem Gemeinderat mit. Im Fokus habe man die Flächen hinter den Hofstellen an der Neumarkter Straße, im nördlichen Teil bis zur Eichenstraße. Hier habe er in Gesprächen mit den Eigentümern Wünsche gesammelt und auf der Karte gebündelt.

Verschiedene Bedürfnisse

Die Aussagen reichen von „Man wolle bauen“ bis „man will keine bauliche Entwicklung“. Deshalb könnten die Vorstellungen der Eigentümer nur bauabschnittsweise umgesetzt werden. Ziel sei ein sparsamer Umgang mit Grund- und Erschließungsflächen.

An der Eichenstraße könne sofort gebaut werden. Es müssten aber Erschließungsflächen für Stichstraßen freigelassen werden, um die hinterliegenden Areale erschließungsfähig zu halten. Diese Stichstraßen könnten von der Gemeinde, wenn der Grundeigner verkauft oder privat errichtet werden. Um Flächen zu sparen, soll es keine öffentlichen Parkplätze mehr geben. Seien sich Nachbarn einig, könnten auch andere Wohnformen wie beispielsweise Hofbebauung entstehen. „Entscheidungen sind noch nicht gefallen“, betonte Stadter.

Ringschluss für Wasserleitung?

Christian Wild fragte nach, ob ein Ringschluss für die Wasserleitung möglich ist. Bürgermeister Thomas Meier sagte, das könne erst abgeklärt werden, wenn die Tiefbauplanung ansteht.

Der südlichen Teil an der Neumarkter Straße weist eine geschlossene Bebauung um die freien Flächen auf. Einzige Zufahrtsmöglichkeit wäre vom Osten her über ein Anwesen, dass im Eigentum der Gemeinde ist. Eine Straße mit Wendehammer müsste zum Erschließen gebaut werden. Entstehen könnte eine Parzellenbebauung oder andere alternative Wohnformen.

Bestehender Fußweg bleibt

Stadter betonte nochmals: „Wir sind aktuell in Gesprächen mit den Eigentümern über das Konzept. Es ist noch nichts in Stein gemeißelt“. Gerhard Grad sprach die Anbindungen an die Neumarkter Straße oder den Dorfplatz an. Der bestehende Fußweg wird in die Planungen integriert und auch der Stich in die Buchbergstraße bleibt, versicherte Stadter.

Meier hofft, dass in den Gesprächen, die laufend fortgeführt werden sollen, gute Lösungen sowohl für die Gemeinde als auch für die Anlieger gefunden werden. Und hier kommt die neu geschaffene Position des Quartiersmanagers ins Spiel. Sie ist ein weiterer Zweig des Generationennetzwerkes Berngau und wird von der Städtebauförderung bezuschusst. Altbürgermeister Wolfgang Wild hat sich für diese Position beworben und wird nun mit Generationenmanagerin Christine Häring zusammenarbeiten.

Generationenmanagerin stellt sich vor

Häring stellte dem Gemeinderat vorab ihre Aufgaben im Generationenmanagement vor. Das umfasse die Unterstützung der aktiven Vereine und Gruppen in der Gemeinde, den Arbeitskreis „Generationennetzwerk“, die Ausarbeitung des Ferienprogramms, Organisation von Aktionen wie Adventskalender, Seniorennachmittage oder die Kooperation mit der Schule, die Suche von Schulweghelfern oder den gemeinsamen Mittagstisch von Schülern und Senioren einmal in der Woche. Die Teeniegruppe der ab Zehnjährigen, die Nachbarschaftshilfe oder ein Präventionskonzept fallen in ihr Ressort.

Neu dazu wäre das Quartiersmanagement gekommen, das nun Wild übernimmt, weil Häring wieder mehr in ihrem zweiten Arbeitsfeld, dem Kreisjugendring benötigt wird. Deshalb werden Härings Stunden in Berngau um vier aus 22 Arbeitsstunden pro Woche reduziert.

Mit Förderpreisen bedacht

Wild, der in seiner Zeit als Bürgermeister federführend am Aufbau des Generationennetzwerkes beteiligt war, erinnerte an die Anfänge 2012, als nach vielen Gesprächen mit verschiedensten Fachstellen und Organisationen und der Sicherung von Fördergeldern losgehen konnte. Inzwischen sei das Berngauer Generationenmanagement über die Region hinaus bekannt und mit etlichen Förderpreisen bedacht worden, jüngst mit dem Preis der Städtebauförderung für die Schaffung von „Gesellschaftlichen Treffpunkten und soziale Integration“.

Die bauliche Entwicklung der Gemeinde sei nun ein Arbeitsfeld im Quartiersmanagement und Wild will aufklären, denn mit der Nachverdichtung und der damit einhergehenden Umnutzung landwirtschaftlicher Grundstücke kommen unter anderem steuerliche Belastungen auf die Eigentümer zu. Er möchte sie begleiten, hat bereits eine Vortragsreihe mit verschiedenen Referenten vorbereitet zur Aufbereitung der Sachlage, die demnächst starten soll. Wild weiß, das Quartiersmanagement muss sich entwickeln, ähnlich dem Generationennetzwerk.

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