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TSV Freystadt: Der Countdown läuft

Vorbereitungen abgeschlossen: In einer Woche startet die 1. Badminton Bundesliga - 01.09.2019 11:22 Uhr

Mannschaftsführer Florian Waffler (li.) spielt seit dem 13. Lebensjahr für den TSV Freystadt und hat alle Aufstiege mitgemacht. Zusammen mit Spielertrainer und Ex-Nationalspieler Oliver Roth hat er die Aufgabe, die neuen Spieler schnell ins Team zu integrieren. © Foto: Marcus Mehlich


Bei den Herren verstärken Leon Seiwald (22), Nationalspieler aus Österreich, und Rasmus Bonde (33), ehemaliger dänischer Topspieler, das TSV Bundesligateam.

Kleiner Kader, gerine Mittel

Nach dem starken Abschneiden in der vergangenen Saison (6. Platz) und dem Erreichen der Playoff-Runde erwartet den TSV Freystadt eine eher schwierige Saison. Das liegt auch daran, dass ein Großteil der Mannschaften in der 1. Liga erheblich aufgerüstet hat und der TSV Freystadt auf der anderen Seite mit einem kleinen Kader auskommen muss.

So war lange offen, ob man aufgrund des geringen Budgets und der vergeblichen Suche nach einem Hauptsponsor überhaupt für die 1. Liga melden kann. Erschwerend kommt hinzu, dass der TSV Freystadt als kleinster Verein der Liga mit dem wohl auch kleinsten Etat überdurchschnittlich lange Anfahrten zu den Auswärtsspielen in Kauf nehmen muss. Freystadt ist auch für die Spieler aufgrund der geographischen Lage nicht einfach zu erreichen. Teammanager Stephan Pistorius

"Unsere Bemühungen, bayerische beziehungsweise deutsche Spieler zu uns zu locken, scheiterten nicht nur an den finanziellen Möglichkeiten, sondern auch daran, dass Freystadt von den Olympiastützpunkten in Mülheim (NRW) und Saarbrücken relativ weit weg ist."

Um so erfreulich ist es aus Freystädter Sicht ist, dass die estnische Nationalspielerin und erfolgreichste Bundesligaspielerin der vergangenen Saison, Kristin Kuuba, trotz lukrativer Angebote von mehreren Bundesligisten dem Verein treu bleibt. Dagegen wechselte die Engländerin Jenny Moore, drei Jahre absolute Leistungsträgerin, nach Dänemark. Für sie kommt ihre Landsfrau Fee Teng Liew. Mit 20 Jahren hat sie bereits den Sprung unter die Top 100 in der Weltrangliste geschafft.

Überraschend kam der Wechsel von Annabella Jäger, die mit 13 Jahren nach Freystadt kam und sich hier zur Erstligaspielerin entwickelte, zum Ligakonkurrenten und Aufsteiger TSV Neuhausen. Für Jäger kommt die junge Österreicherin Serena Au Yeong. Als Backup auf der Damenseite stehen mit Stefanie Spies und Tania Jötten zwei Eigengewächse zur Verfügung. Vielleicht bekommt auch Jugendspielerin Katharina Rudert erstmals Bundesligaluft zu schnuppern. Teammanager Pistorius: "Bei den Damen haben wir wenig Spielraum. Fällt jemand aus, dann müssen unsere Eigengewächse ran, die normalerweise in der in der bayerischen Oberliga aufschlagen."

Johannes Pistorius wieder fit

Besser sieht es im Herrenbereich aus. Außer Lukas Schmidt, der aus beruflichen Gründen kürzer treten will, bleiben alle an Bord. Für Schmidt konnte man mit dem Österreicher Leon Seiwald, Nummer 176 der Weltrangliste im Einzel, einen gleichwertigen Ersatz finden. Zum Kader gehören weiterhin Mannschaftsführer Florian Waffler, Spielertrainer Oliver Roth, der indonesische Spitzenspieler Fikri Hadmadi sowie der Engländer Max Flynn, Hannes Gerberich und Andreas Pistorius.

Positiv ist auch, dass Nationalspieler Johannes Pistorius nach langer Verletzungspause dem Team wieder zur Verfügung steht. Kurz vor Meldeschluss ist der Däne Rasmus Bonde ein dazu gekomment. Der ehemalige dänische Spitzenspieler (Weltrangliste einst auf Rang 23) arbeitet seit einem halben Jahr in Nürnberg, spielte vergangene Saison in der 2. Liga in Dänemark und kam auf Freystadt zu. "Das ist natürlich eine besondere Auszeichnung für uns", sagt Pistorius.

Am Samstag, 7. September, um 16 Uhr und am Sonntag, 15 Uhr, beginnt die Saison mit zwei Heimspielen gegen Wittdorf-Neumünster und Trittau. Der Karten-Vorverkauf läuft bis 5. September, die Dauerkarte kostet 30 Euro. Geplant ist auch wieder ein kleiner Fanbus für einige Auswärtsspiele.

Der TSV Freystadt ist in vielen Begegnungen eher der Außenseiter, baut aber darauf, auch gegen die Spitzenteams wieder Überraschungspunkte zu machen. Entscheidend für den Ligaerhalt wird sein, wie oft Freystadt seine internationalen Stars einsetzen kann.

Auf Jagd nach Weltranglistenpunkten

"Wir hoffen auf weitere private Sponsoren, die uns bei den Reisekosten unterstützen", sagt Pistorius und fügt hinzu, dass bei den Nationalspielern wie zum Beispiel Kuuba und Seiwald, der Einsatz davon abhänge, ob die Nationaltrainer ihre Spieler freigeben. Viele Spieler sind in den kommenden Monaten in Europa und Asien auf der Jagd nach Weltranglisten-Punkten, um sich für die olympischen Spielen zu qualifizieren. 

nn/ph

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