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US-Militär erteilt Friedensradlern Hausverbot

Das US–Militär duldet keine politische Agitation auf dem Truppenübungsplatz - 06.05.2019 16:21 Uhr

Die Friedensradler durften nicht auf das Volksfest in Hohenfels © Willi Rester


Alljährlich veranstaltet die Gruppe Oberpfalz der "Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte Kriegsdienstgegner" (DFG-VK) eine sogenannte Friedensfahrradtour, zu der auch politische Kundgebungen gehören. Wolfgang Eichenseer, stellvertretender Dienststellenleiter der Polizeiinspektion Parsberg, bestätigt, dass es für den vergangenen Sonntag eine angemeldete und auch genehmigte Versammlung der Friedensradler für die Ortsmitte von Hohenfels gegeben habe.

Die Nähe des US-Truppenübungsplatzes ist in diesem Kontext kein Zufall, die Route der zweitägigen Radltour, die stets Anfang Mai veranstaltet wird, führt an den oberpfälzer US-Standorten Hohenfels und Grafenwöhr vorbei, bei den damit einher gehenden Kundgebungen werden auch die Möglichkeiten einer zivilen Nutzung der Truppenübungsplätze und die Umwandlung der ehemaligen Garnisonsstadt Amberg thematisiert.

In Hohenfels lief es dieses Mal allerdings anders. Nach Darstellung des DFG-VK hätten sich die Teilnehmer der Radtour nach dem verregneten Samstag und dem kühlen Sonntag zum Ausklang der Fahrt auf dem Deutsch-Amerikanischen Volksfest auf dem Truppenübungsplatz-Gelände in Hohenfels stärken wollen.

So weit kamen die Radler, die unter anderem aus dem Rheinland, aus Sachsen und aus ganz Franken angereist waren, am Sonntag allerdings nicht, sie wurden vorher schon gestoppt und des Platzes verwiesen.

Plakate mit Friedenstauben

Der Grund? Laut Wolfgang Eichenseer hätten die Fahrräder weiterhin offen Plakate mit Friedenstauben, zerbrochenen Maschinengewehren oder dem "PACE"-Schriftzug getragen. "Das US–Militär duldet grundsätzlich keine politische Agitation auf dem Truppenübungsplatz", erklärt der Polizist. Die Folge: Die Radler kamen zwar noch samt Begleitfahrzeug durch den Eingang, wenige Hundert Meter weiter wurde die Radlergruppe aber von der amerikanischen Militärpolizei angehalten und von einer hinzugerufenen deutschen Polizeistreife des Platzes verwiesen. "Die Amerikaner haben ihr Hausrecht mit dem Hinweis auf eine verbotene politische Versammlung ausgeübt", erklärt Eichenseer. Die deutsche Polizei sei in diesem Fall wie bei jedem anderen Hausfriedensbruch zur Hilfe verpflichtet. Der Truppenübungsplatz Hohenfels ist übrigens kein exterritoriales Gebiet.

Seitens der DFG-VK ist man konsterniert: "Diese Sprachverweigerung heute konterkariert den Völkerverständigungsgedanken des Deutsch-Amerikanischen Volksfestes", meint Bundessprecher Benno Fuchs.

Der pensionierte Lehrer Josef Weinfurtner, der die Idee für den Volksfestbesuch hatte, will das Gespräch mit dem US-Militär suchen. Dessen Pressesprecher war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Polizei und US-Militär wollen aber das weitere Vorgehen besprechen, so Eichenseer. 

hvd

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