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Vermesser: Ein Beruf mit Zukunft

Amtsleiter Ludwig Seger sprach am Neumarkter Willibald-Gluck-Gymnasium über Geodäsie - 19.07.2019 14:42 Uhr

Wer sich mit dem Vermessen von Landschaften, Straßen, Gebäuden oder anderem befasst, kann inzwischen auch relativ einfach die Vogelperspektive einnehmen; Unter anderem auch per Drohne haben Schüler des WGG unter fachmännischer Anleitung ihre Schule vermessen. © Foto: Helmut Sturm


Die Vermessungsingenieure, Techniker und Geomatiker kamen mit ihrem Equipment in die Schule und bauten drei Stationen auf. Der Dienststellenleiter des ADBV, Ludwig Seger, und Schulleiter Bernhard Schiffer begrüßten die etwa 50 Schüler, die Oberstufenkoordinatorin Ulrike Englert für das Thema begeistern konnte.

Dreidimensional und von der Erde aus: Auch die klassiche Vermessungsmethode kam beim WGG zum Einsatz. © Foto: Helmut Sturm


Der Geodäsie begegnet man regel-mäßig im Alltag. Dabei handelt es sich, vereinfacht ausgedrückt, um nicht weniger als die Vermessung und Darstellung der Erde. Ohne diese digitale Vermessung würde kein Navi funktionieren, gäbe es keinen fahrerlosen Verkehr, könnten Drohnen nicht punktgenau von A nach B fliegen und wäre es viel schwieriger, sich beim Tunnel- oder Brückenbau auf den Millimeter genau zu treffen. Möglich war das vorher auch schon, dauerte aber wesentlich länger. Zum Einsatz kam ein sogenannter Vermessungskreisel, der den Mitarbeitern Daten zur Erdachse aufzeigte.

Die "Vermesser" im ADBV haben sich in den letzten Jahren hin zu einer modernen, auf hohem Niveau digitalisierten Behörde, entwickelt. "Das WGG kann heute mittels einer Drohne in zehn Minuten vermessen und dreidimensional dargestellt werden. Vormals war dafür eine ganze Gruppe von Mitarbeitern stundenlang beschäftigt", erklärte Seger.

Mit Drohneneinsatz

An drei Stationen wurde den Schü-lern das Equipment der Geomatiker vorgeführt. Mit verschiedenen Messmethoden wurde das Grundstück ums WGG vermessen. Das Gymnasium wurde dreidimensional terrestrisch und mit dem Einsatz einer Drohne vermessen.

An diesen drei Stationen wurden erst einmal die Daten erfasst und aufgenommen. Bei der anschließenden Auswertung im IT-Raum der Schule zeigte sich erst das Ausmaß des Leistungsvermögens und die Genauigkeit der Messmethoden.

In Gesprächen der Vermesser mit den Schülern zeigte sich schnell, dass die Arbeit der Behörde hauptsächlich im Verborgenen stattfindet. Den Kunden des Amtes sind dessen Vorzüge aber bestens bekannt. Geht es um Grundstücksgrenzen, Planungen für Bauvorhaben oder auch um Erbauseinandersetzungen, geben die Leistungen des Amtes oft eine schnelle, klärende und verbindliche Auskunft.

Es geht aber auch um die Vermessung und Darstellung der Umwelt und um die Analyse ihrer räumlichen und zeitlichen Veränderung. Der Vermesser gibt Antwort darauf, wie die Erde vom Weltraum aus vermessen wird. Er zeigt auf, wie der Klimawandel optisch erkennbar wird, er kann sagen, wie die Daten ins Navi kommen und beantwortet letztendlich die Jahrtausende alte Frage nach der exakten Form der Erde.

Rettung des Planeten

So gesehen sei der Vermesser ein topmoderner Beruf, der zur Lösung der Zukunftsprobleme einiges beitragen könne, warb Seger. Wer sich heute für eine Ausbildung oder ein Studium im Bereich Geodäsie entscheide, habe beste Chancen auf dem Arbeitsmarkt und trage zur Rettung des Planeten Erde mit bei. "Vermessungsingenieure, Techniker und Geomatiker sind gefragt wie nie", sagte Seger.

InfoWeitergehende Informationen gibt es unter www.bwdg.bayern.de 

HELMUT STURM

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