Einzig wahre Öko-Partei?

Wahlkreis Amberg: Warum ÖDP-Direktkandidatin die Grünen ablehnt

17.9.2021, 15:00 Uhr
Mit Begeisterung im Wahlkampf unterwegs: Susanne Witt aus Amberg.

Mit Begeisterung im Wahlkampf unterwegs: Susanne Witt aus Amberg. © Foto: Wolfgang Fellner

Um diese Sicht der Dinge unters Volk zu bringen, zieht die 52-jährige Ambergerin derzeit durch den Bundestagswahlkreis und haut auf die Pauke: Für sich als Direktkandidaten bei der Bundestagswahl, für ihre Partei, damit diese ein respektables Ergebnis einfährt.

Was die ÖDP dabei sage, werde durchaus gehört, sagt sie. Bei der letzten Bundestagswahl kam die ÖDP in Bayern auf 0,9 Prozent der Stimmen, doch seither hat sich viel geändert. Unter anderem hat die ÖDP das Volksbegehren zur Rettung der Artenvielfalt erfolgreich auf den Weg gebracht.

Susanne Witt sieht ihre Partei und sich dabei auf einem guten Weg. Alleine schon der Erfolg der ÖDP im Landkreis Neumarkt bei den Kreistagswahlen: Von null auf 5,02 Prozent kamen sie, lehrte die Konkurrenz das Fürchten, sitzt jetzt im Kreistag. Die ÖDPler verstehen und fühlen sich als die einzig wahre Öko-Partei in diesem Land. Zum einen.

Zum anderen sehen sie sich weit weg von allen etablierten Parteien. Spenden aus der Großindustrie? Undenkbar für die ÖDP. Damit die Kasse nach der Wahl nicht mit einem Minus schloss, bat der Kassier des Kreisverbandes die eigenen Mitglieder um Spenden. Mit Erfolg.

Es muss viel getan werden

Um das Ziel, bis 2030 bei 100 Prozent erneuerbarer Energien zu landen, müsse viel getan werden. "Wir brauchen soviel mehr Windkraft", sagt Susanne Witt. Zwei Prozent der Fläche jedes Bundeslandes müssten der Windkraft vorbehalten sein, zwei Prozent der Fotovoltaik. Es bedarf großer Speicherkapazitäten. Statt immer nur Zweifel zu säen von der langen, finsteren Nacht, in der dann alles kollabiere, statt die Bürger zu verunsichern, müsste aktiv an die Sache herangegangen werden.

"Klimaschutz ohne Ausreden" brauche es und "mehr Windkraft braucht das Land", sagt Susanne Witt. Die aktuelle Regierung habe ein "katastrophales Ergebnis" geliefert, habe mit dem erneuerbare Energiengesetz die Probleme verschlimmert. Eine "sozialökologische Transformation" sei dringend notwendig, das Ökosystem der Erde müsse geschützt werden. Witt: "Wir müssen wieder innerhalb unserer planetarischen Grenzen leben." Heißt, pro Jahr nicht mehr an Rohstoffen zu verbrauchen, als der Planet in dieser Zeit nachbilde.

"Fahren Sie Fahrrad"

"Stellen Sie auf erneuerbare Energien um. Fahren Sie Fahrrad. Lassen Sie ihr Auto stehen", forderte sie unter Applaus ihrer Mithörer. "Verbrauchen Sie weniger, dafür bewusster." Es dürfe keine Konzernspenden mehr an Parteien geben, Gentechnik sei konsequent abzulehnen. Es brauche ein Gehalt für familiäre Sorgearbeit. Die Menschen im Land sollten durch mehr Bürger- und Volksbegehren, auch auf Bundesebene, eingebunden werden. "Lassen sie uns gemeinsam die Welt verbessern", rief sie: "Orange ist das bessere Grün."

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