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Wissing: Kommune zahlt nicht für Pfarrhof-Sanierung

Seubersdorfer Gemeinderat: "Die Diözese ist in der Pflicht" - 19.11.2018 10:36 Uhr

Der Seubersdorfer Gemeinderat fand, dass es alleinige Sache der Diözese Eichstätt ist, das denkmalgeschützte Pfarrhaus in Wissing zu sanieren. © Foto: Werner Sturm


Das Diözesanbauamt Eichstätt hat festgestellt, dass das Leichenhaus am Friedhof in Wissing sanierungsbedürftig ist. Unter anderem müssen die verrostete Dachrinne ausgetauscht und ein Schneefanggitter angebracht werden. Der unebene Pflasterbelag ist zu begradigen und die Verglasung an der Zugangsfassade zu erneuern. Alles in allem kostet die Maßnahme rund 3800 Euro.

Für die Restaurierung der Orgel in der Pfarrkirche Maria Hilf hat die Kirchenstiftung Wissing etwa 40 000 Euro veranschlagt. Auf Antrag von Pfarrer Peter Gräff und Kirchenpfleger Karl Gruber genehmigte das Gremium für die beiden Maßnahmen einen Zuschuss in Höhe von fünf Prozent der nachgewiesenen Kosten.

Anders verhält es sich dagegen beim alten Pfarrhaus, das in der Baulast der Pfarrpfründestiftung steht. Das imposante, denkmalgeschützte Gebäude aus dem Jahr 1739 ist seit etwa drei Jahren nicht mehr bewohnt und soll generalsaniert werden. Da das Haus nicht mehr als Pfarrhof benötigt wird, möchte die Pfarrei das Gebäude umbauen, so dass zwei Wohnungen enstehen, und diese vermieten.

Durch den langen Leerstand sind zusätzliche erhebliche Schäden an und in dem Gebäude entstanden, etwa sind sämtliche Holzböden im nicht unterkellerten Erdgeschoss stark durchfeuchtet. Alle Innen- und Außenwände haben starke Feuchtigkeitsschäden. Der Dachstuhl ist von Holzschädlingen befallen.

Das auf dem Grundstück stehende Gartenhaus, die Garage und eine Stützwand aus Bruchsteinmauerwerk sind ebenfalls sanierungsbedürftig oder müssen abgebrochen werden. Insgesamt stehen beim Pfarrhaus Kosten von rund 1,08 Millionen Euro im Raum.

Auf Fördertopf verwiesen

Hier sah das Gremium ganz klar die Verantwortung bei der Diözese Eichstätt, noch dazu, weil das Gebäude in Mietwohnungen umgebaut werden soll. Eine Kostenbeteiligung wurde abgelehnt, stattdessen auf den Fördertopf "Historische Bauten" des Landratsamtes verwiesen.

Gemeinderat Georg Götz ärgerte sich: "In Eichstätt liegen die Gelder nur so herum, während bei uns Ehrenamtliche für das Vorhaben sammeln sollen, so geht das nicht." Der geplante Bau eines 20 mal 85 Meter großen Tierwohl-Stall mit Kaltscharrraum, einem vier mal 85 Meter großen Wintergarten und Schlechtwetter-Austrieb für rund 25 000 Masthähnchen nahe der Breitenbrunner Straße in Daßwang durch die Federhofer GbR mobilisiert die Bürger in diesem Ortsteil und bringt sie teilweise auf die Barrikaden. Entsprechend voll war der Zuhörerraum im Sitzungssaal.

Zu nah an Häusern

Bürgermeister Eduard Meier berichtete, dass auf Einladung des Investors ein vergleichbarer Stall in Wackerstein bei Ingolstadt besichtigt wurde. Es folgte eine ausführliche Diskussion, bei der zum Beispiel Gemeinderat Stefan Maget sagte: "Die Situation in Wackerstein ist mit der in Daßwang nicht zu vergleichen. Der dortige Betrieb ist weit von der nächsten Wohnbebauung entfernt.

In Daßwang sind es gerade einmal 500 Meter bis zur Breitenbrunner Straße und 750 Meter bis zur Wissinger Straße."

Bei der Debatte stellte sich heraus, dass viele Gemeinderäte eine von der Anlage ausgehende Gesundheitsgefährdung befürchten. Außerdem wurde die Annahme geäußert, dass es sich bei dem Masthähnchen-Stall für 25 000 Tiere nur um einen Anfang handle. "Der Antragsteller bleibt doch bewusst nur unter 30 000 Tieren, weil er ein Verfahren nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz umgehen will", hieß es.

Georg Götz forderte im Falle einer Ablehnung eine ausreichende Begründung, Alfred Geitner Richard Dexl und Peter Betz fanden, dass man dem Bauvorhaben wegen seiner wohnortnahen Lage nicht zustimmen könne, und Vizebürgermeister Alwin Semmler, selbst ein Daßwanger formulierte es so: "Bei uns herrscht Aufruhr, ich stimme dagegen."

Nur Gemeinderat Albert Hengl signalisierte Zustimmung. Es wurde dann mit 18:1 Stimmen beschlossen, dem Bauantrag das gemeindliche Einvernehmen zu verweigern und ihn mit einer entsprechenden Begründung an das Landratsamt weiterzureichen.

Weitere Themen der jüngsten Gemeinderatssitzung: siehe unten. 

WERNER STURM

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