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Wohin mit den Fahrrädern am Neumarkter Bahnhof?

Bis es vernünftige Abstellanlagen gibt, wird es wohl noch einige Zeit dauern. - 25.06.2020 20:43 Uhr

Kreuz und quer stehen die Fahrräder auf dem Platz vor dem Bahnhof. Die wild parkenden Drahtesel sind ein stetes Ärgernis. Doch die eigentlichen Abstellanlagen sind heruntergekommene Blechverschläge, wo viele Pendler ihre Räder nicht abstellen aus berechtigter Furcht vor Beschädigungen und Diebstahl.

© Foto: André De Geare


Die Situation am Neumarkter Bahnhof ist ein doppeltes Ärgernis: Für die Radler, weil sie ihre Zweiräder nirgends vernünftig abstellen können, diese nirgends sicher vor Dieben oder Vandalen sind; für alle anderen, weil die Fahrräder kreuz und quer stehen, der Gang über den Bahnhofsplatz oft einem Hindernisparcours gleicht. "Es gibt Abstellanlagen, aber zu wenig", so OB Thomas Thumann im Ferienausschuss.

Dabei stehen in vielen Städten moderne Abstellanlagen. In Deutschland wohlgemerkt, nicht in den Niederlanden, die in dieser Hinsicht als europäisches Musterland gelten können. Ein Problem: Wer zahlt. Die Bahn verweist auf die Kommune, die für ihre Bürger günstige Bedingungen schaffen soll. Die meisten Städte hingegen sind der Auffassung, dass es sich um Kunden der DB handelt. Die Bike-Ride-Offensive von Bundesumweltministerium und Bahn soll Abhilfe schaffen aus dem Dilemma. 100 000 zusätzliche Bike-and-Ride-Plätze sollen bis 2022 an den deutschen Bahnhöfen entstehen.

Die Idee: Die Bahn hilft bei den Flächen, die Kommunen errichten die Abstellplätze und das Ministerium schießt 40 Prozent zu. Klingt einfach, doch hat in der Umsetzung einige Tücken, wie Tassilo Schwedux schilderte. Der Mitarbeiter des Stadtplanungsamtes war an den Gesprächen beteiligt, an denen mit Bahn-Vertretern geeignete Standorte ausgeguckt worden sind. Letztlich geht es um dieselben Flächen, wo sich bisher schon die heruntergekommenen Blechunterstände befinden. Nur sollen stattdessen doppelstöckige Anlagen und Abstellboxen in der Hans-Dehn-Straße und hinter der Post entstehen.

Doppelstock-Alage vor dem Neumarkter Bahnhof?

Angedacht wurde auch eine doppelstöckige Anlage auf dem Platz vor dem Bahnhof. "Ein reines Planspiel", sagte Schwedux. Es sei alles möglich. Sicher ist nur, dass am Ende eine Verdoppelung der bisherigen Flächen auf etwa 1000 Stellplätze herauskommen soll.

 

 

Wann es soweit ist? Das Programm steht noch am Anfang. Die Bahn werde 100 000 Anlagen eines einheitlichen Modells ausschreiben für ganz Deutschland. Die Stadt Neumarkt kann sich dann beteiligen - oder ihre Option nicht wahrnehmen. "Die Bahn ist nun am Ball."

Fallstricke in der Bike-Ride-Offensive

Dabei gibt es einige Fallstricke in den Förderbedingungen, sagte Stadtbaumeister Matthias Seemann. So müsse die Stadt wahrscheinlich Flächen von der Bahn pachten. Die Bahn wolle dies aber nur für eine Dauer von sechs Jahren.

Der Feriensenat beauftragte einstimmig das Bauamt, das Projekt fortzuführen. Reine Formsache war damit ein SPD-Antrag vom vergangenen Herbst, dass die Stadt sich an der Bike-Ride-Offensive beteiligt. Er wurde ebenso einstimmig beschlossen.

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