Freitag, 26.04.2019

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11. Januar 1969: Viel mehr Passagiere

Bilanz des Nürnberger Flughafens - 11.01.2019 07:00 Uhr

Abschied und Neubeginn im Schatten des Towers: Hermann Götz (links) stößt mit seinem Nachfolger Dr. Ludwig Hoffmann auf eine glückliche Zukunft des Flughafens an. © Ulrich


Außer dem alljährlichen Spiel mit den Zahlen gab es jedoch diesmal ein besonderes Ereignis zu feiern. Verwaltungsrat Hermann Götz verabschiedete sich in den Ruhestand. Als sein Nachfolger in der kaufmännischen Leitung stellte sich der 35-jährige Dr. Ludwig Hoffmann vor, der bisher am Flughafen Stuttgart tätig gewesen war.

63.637 Fluggäste mehr als 1967 können sich sehen lassen, zumal Nürnberg damit nur von Hannover übertroffen wird, das indes wegen der zusätzlichen verbilligten Berlin-Verbindungen keinen echten Vergleich erlaubt. Zugleich ist der Luftfrachtumschlag mit 4.649 Tonnen gegenüber dem Vorjahr um 19 v. H. gestiegen, obwohl seit November die Frachtstrecke der holländischen KLM nicht mehr betrieben wird. 2.251 Tonnen Luftpost – eine Zunahme um 4 v. H. – ergänzen die Statistik, die sich durchaus sehen lassen kann.

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Weniger erfreulich ist dagegen, daß Dipl.-Ing. Helmut Müller-Gutermann – er fand in Arthur Deutsch als Nürnberger Lufthansa-Repräsentanten einen wackeren Mitstreiter – bei den Lufthansa-Oberen in Frankfurt vergebens angeklopft hat, um mit einem besseren Sitzplatzangebot und attraktiveren Strecken mehr Menschen auf den Marienberg zu locken. Nicht einmal mit der lange gewünschten Verbindung nach Düsseldorf in der Frühe und mit Tagesrand-Flügen nach Hamburg hat man Nürnberg erhört, das – nach den Starts und Landungen im Linienverkehr gerechnet – in der Bundesrepublik an letzter Stelle rangiert.

Freilich sind die Hoffnungen nicht ganz erloschen. Der Lufthansa-Vorstand will noch einmal prüfen, ob er nicht doch die Anliegen der Franken und Nordbayern erfüllen kann, wobei freilich ein Hindernis im Wege steht: die Flugzeuge sind zu groß geworden, im City-Jet Boeing 737 als kleinstem Muster der Lufthansa gibt es 96 Plätze und die wollen erst einmal besetzt sein. Deshalb beklagte Direktor Müller-Gutermann auch das Fehlen eines Flugzeugmusters, das speziell für den Einsatz auf kleineren und mittleren Höfen geeignet ist.

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Einen Silberstreifen am Horizont bedeuten in dieser Hinsicht die Angaben von Staatssekretär Franz Sackmann vom bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft und Verkehr, der erst am Donnerstag eine Untersuchung über einen künftigen regionalen Luftverkehr in Auftrag gegeben und ein bayerisches Unternehmen für diese Aufgabe interessiert hat. Nach seinen Berechnungen könnte ein solcher Dienst mit kleineren Düsenflugzeugen Anfang der siebziger Jahre gestartet werden. 

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