Donnerstag, 19.09.2019

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15. August 1969: Der erste Tunnel-Kilometer fertig

Erstmals in der Bundesrepublik: 600 Meter Schienen liegen auf Beton - 15.08.2019 07:00 Uhr

Noch etwa 300 Meter Streckenführung fehlen, bis das jetzt im Rohbau fertiggestellte unterirdische Teilstück mit dem in nördlicher Richtung gelegenen Bahnhof an der Kreuzburger Straße (unser Bild) verbunden sein wird. © Ulrich


Diese Strecke im Langwassergebiet wird begrenzt durch die Bahnhöfe Breslauer Straße im Westen und Julius-Leber-Straße im Süden. Das Teilstück gehört zum Bauabschnitt I, der 2,3 km ober- und weitere 1,3 km unterirdischer Streckenführung vorsieht. Der jetzt im Rohbau fertiggestellte Kilometer kostete einschließlich der Bahnhöfe im Rohbau 7,5 Millionen Mark. Der Innenausbau der Strecke und der Bahnhöfe Breslauer Straße und Gemeinschaftshaus erfordert weitere elf bis zwölf Millionen DM.

Nächstes Jahr Oberbauarbeiten

Bis jetzt wurden im Bereich des jetzt fertiggestellten ersten unterirdischen Kilometers rund 1600 Tonnen Stahl und 26 000 Kubikmeter Beton verbaut. 115 000 cbm Erdreich mußten bewegt werden. Bis Ende dieses Jahres soll das im Gebiet Langwasser verlaufende 1,3 km lange unterirdische Teilstück zum derzeit noch im Bau befindlichen Bahnhof Julius-Leber-Straße im Rohbau fertiggestellt sein. Im nächsten Jahr kommen die Oberbauarbeiten, die Stromversorgung und die Zugsicherungsanlagen an die Reihe. Der Gleisbau wird für diese Strecke erst Ende dieses Jahres ausgeschrieben.

Presse-Konferenz unterirdisch. Hier werden Ende 1971 die ersten Triebwagen durchbrausen. © Ulrich


Erstmals in der Bundesrepublik wird Nürnberg etwas wagen, woran sich auch München noch nicht getraut hat: eine längere, schotterlose Schienenführung. Rund 600 Meter zweigleisiger Schienenstrang im Bereich Langwasser werden zwischen Bahnhof Gemeinschaftshaus und der Kehranlage nur auf Beton verlaufen. Man erhofft sich dabei neben größerem Fahrkomfort für die Gäste vor allem erhebliche Einsparungen in der Wartung, die praktisch gar nichts kosten wird.

Ergebnisse werden ausgewertet

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Die Ergebnisse aus diesem Versuch sollen bei den übrigen Streckenbauten für die Nürnberger U-Bahn ausgewertet werden. Die Fahrgäste selbst werden sich bei der Fahrt zwischen der Breslauer und der Julius-Leber-Straße von dem Unterschied überzeugen können. Nur in Hamburg und Berlin hat man bisher Teilstücke von 80 bis 100 Meter schotterfrei gebaut. Nürnberg glaubt, daß diese Strecke nicht ausreicht, um sich ein endgültiges Urteil bilden zu können.

Bis Herbst 1971 – so hofft man – soll die 3,6 km lange Strecke des ersten Bauabschnitts (davon 2,3 Kilometer oberirdisch) dem Verkehr übergeben werden können. Dieser Abschnitt zwischen der Bauernfeind- und der Julius-Leber-Straße kostet runde 63 Millionen DM, von denen bis heute 44 Millionen DM verbaut sind. Davon sind etwa 10 Millionen DM für das Depot vorgesehen.

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Kalenderblatt: Nürnberg im August 1969

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