15. Dezember 1968: Ein Bogen „1 Kreuzer“

15.12.2018, 07:00 Uhr

© Kammler

Diese Mühlrad-Stempel sind nach ihrer Form benannt und werden gerne gesammelt. „Komplett“ zusammenkriegen kann sie heute wohl niemand mehr. Jedes bayerische Postamt bekam vor mehr als hundert Jahren in alphabetischer Reihenfolge einen Mühlrad-Stempel mit Nummer zugeteilt von Abensberg (1) bis Zwiesel (606) – Nürnberg hatte die Nummer 243 – und von vielen kleinen Postanstalten sind nur ganz wenige Abstempelungen übrig geblieben. In der Ausstellung kann man sie lückenlos in bester Abprägung und meist in mehreren Beispielen bewundern.

Dazu noch weitere „Schmankerln“: einen senkrechten Dreierstreifen der bekannten 1-Kreuzer, schwarz, der ersten deutschen Briefmarke aus dem Jahr 1849, halbierte S-und 6-Kreuzer-Marken, wenn gerade ein Portowert ausgegangen war.

Eine besondere Rarität stellt das „Goldene Buch“ dar, eine Bogensammlung aller bayerischen Briefmarken aus den Jahren 1849 bis 1896, das seinerzeit für die bayerische Landesausstellung 1896 als wahrer Leder-Prachtband mit Goldprägung und eingepunzten Wappen angefertigt worden ist. Nach Kriegsende konnte es wieder aus dem Schutt ausgegraben werden und stellt natürlich einen immensen Liebhaberwert dar. Drum darf man auch nicht einfach drin herumblättern und diese Sammlungsräume haben Türen, wie man sie sonst nur an Banksafes und Tresoren findet.

Im übrigen wuchert diese Briefmarkenabteilung lustig weiter. Der Weltpostverein in Bern schickt von jeder neu herausgegebenen Marke seiner Mitgliedstaaten je ein Exemplar, alljährlich an die 5000 Stück. Die große Briefmarken-Ländersammlung von 1840 bis zur Gegenwart ist neu geordnet worden und zeigt jetzt die Marken sämtlicher europäischer Länder. Die Schaukästen können freilich immer nur einen Bruchteil der gesamten philatelistischen Schätze aufnehmen.

Das Verkehrsmuseum, zu einem Fünftel der Post, zu vier Fünfteln der Eisenbahn gewidmet, erfreut sich eines recht regen Besuchs, der besonders in der sommerlichen Reisezeit, aber auch während des Christkindlesmarktes, erfreulich anschwillt. Wurden 1953 erst 18.000 Besucher gezählt, so im vergangenen Jahr schon 89.000 und heuer wäre man beinahe auf 100.000 gekommen; 1969 hofft man den einmillionsten Besucher freudig begrüßen zu können.

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