17. November 1970: Der Club wird 72 Meister

17.11.2020, 07:00 Uhr
Hanussen II. blickt in die Zukunft.

Hanussen II. blickt in die Zukunft. © NN

Dafür gab gestern Hanussen II., Hellseher mit Dankschreiben Präsident Nixons, seine Garantie. Gegen die Vorhersage ist derzeit schwerlich etwas zu sagen. Klarer über Hanussens Fähigkeiten wird man erst beim nächsten Club-Spiel gegen Göppingen sehen. Denn da hat der 1. FCN Pech, sagt der Hellseher.

Hanussen II. heißt mit bürgerlichem Namen Willi Gerstel und ist 44 Jahre alt. Zu ihm kommen mehr Männer als Frauen und bitten um Rat. Er teilt ihnen seine spontanen außersinnlichen Eingebungen mit; gegen Honorar natürlich.

Bei unseren Mitarbeitern machte er es kostenlos. Dem Fotografen sah er den liebesfleißigen Junggesellen sofort an. Dem Texter schrieb er ein Kind zu. Dafür müsse sich der Redakteur allerdings mit Magen und Verdauung in acht nehmen. Er müsse sich mehr und regelmäßiger Zeit zum Essen nehmen. Da hegte der Reporter leise Zweifel, denn er ißt gern und gut.

Am 7. Januar sagte Hanussen II. Mendes übertritt zur CDU voraus. Mende soll gelacht haben. Im Oktober trat er über. Und heute, vier Tage vor der Landtagswahl sieht der Hellseher die FDP ganz knapp die 10 Prozent erreichen und in den Landtag einziehen.

Gestern Abend, nachdem er seine Kunden beraten hatte, eilte Hanussen in die Messehalle, um Franz Josef Strauß persönlich sprechen zu können. Er wollte ihm einige Ratschläge geben, was er richtig und was er falsch macht.

Was sieht Hanussen II. sonst noch? Kulturell und wirtschaftlich werde Nürnberg einen gewaltigen Aufstieg nehmen und die einzige Stadt sein, in der die Preisentwicklung einigermaßen stabil ist. Dem Oberbürgermeister rät Hanussen II., sich mehr dem Volk zu widmen und nicht nur die bauliche Entwicklung und das Wachstum der Stadt im Auge zu haben. Dass der OB „ein kleiner Dickkopf“ ist, weiß der Hellseher auch.

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