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19. Juni 1969: Die Häuser wachsen

Spritze aus dem Konjunkturförderungsprogramm für den Wohnungsbau - 19.06.2019 07:00 Uhr

Symbol der durch staatliche „Spritzen“ wieder lebhafter gewordenen Wohnungsbau-Tätigkeit: in der Nachbarschaft U in Langwasser wachsen Häuser aus dem Boden, in denen insgesamt 803 Familien ein modernes Dasein bekommen werden. © Kammler


Demnach sind in 891 Gebäuden insgesamt 4.600 Wohnungen erstellt worden. Damit blieb man zwar um 1.147 Einheiten unter der Bauleistung des Vorjahres, doch der Überhang von 5.545 Wohnungen, die im Januar im Bau waren, läßt für 1969 neue Rekordzahlen erwarten.

Die günstige Entwicklung ist vor allem auf das Bayerische Konjunkturförderungsprogramm, aus dem über zwölf Millionen Mark für 1.045 neue Wohnungen zugeflossen sind, und auf die Initiative privater Bauherren und Baugesellschaften zurückzuführen.

Der Anteil des sozialen Wohnungsbaus am gesamten Baugeschehen ist wieder gestiegen. 1968 sind 2.336 Einheiten und 100 Wohnplätze gefördert worden. Im Jahr zuvor waren es nur 1.195 Wohnungen und 244 Wohnplätze. Die Stadt Nürnberg hat 1968 außerdem 735 Wohnungen mit einem Darlehensbetrag von drei Millionen Mark gefördert.

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Die Durchschnittskosten für eine mit öffentlichen Baudarlehen bedachte Wohnung mit 68 qm betrugen 1968 rund 56.752 DM und lagen damit um etwa 5.750 DM unter den Kosten des Jahres 1967. Mit wachsender Konjunktur hat sich allerdings wieder ein nicht unbedeutender Preisanstieg bemerkbar gemacht.

Der freifinanzierte Wohnungsbau hat im Berichtsjahr stark zugenommen. Sein Anteil lag 1967 mit 2.526 Einheiten bei 44 v. H. (von Hundert) und stieg 1968 mit 2.950 Einheiten auf 64,1 v. H. Interessant ist ferner, daß 90,8 v. H. der gesamten Bautätigkeit auf Neubauten entfallen und nur 8,3 v. H. auf den Wiederaufbau. Trotzdem will man sich weiter darum bemühen, daß die letzten Baulücken in der Altstadt geschlossen werden.

Bauherren waren 1968 in 36,2 v. H. der Fälle Privatleute. Die Gemeinnützigen Unternehmen hielten einen Anteil von 30,7 v. H., die freien Wohnungsunternehmen erreichten 29,6 v. H. und öffentliche Bauherren 3.5 v. H. Damit schafften die Unternehmen einen Gesamtanteil von über 60 v. H. am Bauvolumen.

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Am meisten gefragt sind Drei-Zimmer-Wohnungen. Die Mieten für geförderte Einheiten stiegen auf Quadratmeterpreise zwischen 2,70 und 3 Mark. Mit den höheren Mieten gingen weitere Anträge auf Wohngeld ein. 1968 wurden für diesen Zweck in Nürnberg 5.858.111 DM bewilligt, gegenüber 4.923.035 DM im Jahr zuvor.

Der Bedarf an Wohnungen ist in Nürnberg noch immer nicht gedeckt. Bis 1970 wurde ein Soll von 6.000 Einheiten errechnet. Als Wohnungssuchende waren am 31.12.1968 insgesamt 4172 Familien, mit 13.093 Personen vorgemerkt. 2.120 Familien wurden 1.968 Wohnungen zugeteilt.

Alle Fraktionen waren im großen und ganzen mit dem Bericht zufrieden, betonten jedoch, daß die Anstrengungen im Wohnungsbau weiter fortgesetzt werden müssen. Zu später Stunde stimmte der Stadtrat schließlich noch den vom Bauausschuß gebilligten Plänen für die U-Bahn-Stammlinie von der Bauernfeindstraße bis zum Plärrer zu. 

NN

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