Sonntag, 18.04.2021

|

zum Thema

2. März 1971: Autofahrer waren am ersten Tag auf Draht

Trotz der neuen Straßenverkehrsordnung keine besonderen Vorkommnisse
- 01.03.2021 16:38 Uhr

Ein alltäglicher Vorgang: der Omnibus schert aus der Haltestelle aus. Künftig zeigt der Fahrer dies durch den linken Blinker an. Die übrigen Verkehrsteilnehmer müssen anhalten.

25.02.2021 © Kammler


Jedenfalls kam es – so die Polizei – zu keinen besonderen Vorkommnissen. Die „Nürnberger Nachrichten“ informierten sich über die neue Verkehrssituation.

Stadtpolizei Nürnberg: „Grundsätzlich war ein defensives Fahren zu bemerken. Die Kraftfahrer haben sich schon in etwa daran gewöhnt, die Kreuzungen in den meisten Fällen freizuhalten. Überwiegend wurde auch bei den Überholvorgängen geblinkt. Häufig wurde jedoch das Warnblinklicht im ruhenden Verkehr mißbraucht. Und zwar beim Be- und Entladen im eingeschränkten Halteverbot.

Leicht vergessen wurde das Blinken beim Anfahren aus Parklücken und auch das Ausfahren der städtischen Busse aus den Haltebuchten wurde vielfach nicht beachtet. Außerdem hat sich das Verhalten an den Fußgängerüberwegen noch nicht geändert. Viele scheinen die neue Regel noch nicht zu kennen.“

Bilderstrecke zum Thema

Kalenderblatt: Nürnberg im Februar 1971

Wir haben einen historischen Rückblick mit Bildern aus dem Februar 1971 für Sie zusammengestellt. Klicken Sie sich durch und lesen Sie, was Nürnberg damals bewegte!


Karl Huber, Leiter des Verkehr- und Straßenaufsichtsamtes: „Insgesamt 4800 Schilder müssen in Nürnberg im Hinblick auf die neue StVO ausgewechselt werden. Ohne Arbeitsstunden wird das rund 250.000 DM kosten. Wir gehen dabei in der Stadt im wesentlichen von innen nach außen vor und hoffen bis Ende des Jahres damit fertig zu sein.

Im allgemeinen gelten die alten Schilder jedoch bis zum 1. Januar 1973. Wesentlich ist, daß der einzige Kreisverkehr in Nürnberg am Kobergerplatz durch die neue Regelung aufgehoben wurde. Jetzt haben die Fahrzeuge Vorfahrt, die von rechts kommen.“

Georg Heusinger, Verkehrsreferent und 2. Vorsitzender des ADAC-Gau Nordbayern: „Der ADAC begrüßt die neue StVO, da sie doch einige Vorteile mit sich bringt und in leicht verständlicher Form sagt, was ich darf, nicht darf und tun soll. Wir sind auch deshalb dafür, da in der StVO einige wesentliche Punkte aufgenommen wurden, die der ADAC vorgeschlagen hat. So unter anderem, daß auf Autobahnen die Mindestgeschwindigkeit 60 Stundenkilometer beträgt, die Parkscheibe sich offiziell neben der Parkuhr durchgesetzt hat und nur mehr mit Abblendlicht gefahren werden darf.

Links zum Thema

Bedauerlich ist, daß das Grünblinken der Ampel vor dem Umspringen auf Gelb und Rot nicht eingeführt wurde. Schwierigkeiten wird auch die Änderung im Kreisverkehr machen. Dagegen ist die Vereinheitlichung der Schilder und Regeln im europäischen Raum ein großer Vorteil. Früher mußte man ja, bevor man ins Ausland fuhr, die jeweiligen Regeln auswendig lernen.

Der ADAC wird jedenfalls auch weiterhin Vorträge über die neue StVO halten und die Kraftfahrer aufklären. Zur Zeit machen das im Gau Nordbayern rund 40 Personen. Und ich muß sagen, die Bereitwilligkeit der Leute, sich zu informieren, ist groß.“

Eduard Fetzer, Fahrer bei der ADAC-Straßenwacht: „Ich war von 7 bis 15.45 Uhr in der Stadt unterwegs und mir ist eigentlich nichts besonderes aufgefallen. Höchstens, daß das amerikanische Einreihen besser geklappt hat als man dachte und auch in verstopfte Kreuzungen niemand mehr hineingefahren ist.“

NN

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Nürnberg