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200 Millionen Euro: Nürnbergs marode Brücken werden teuer

Insgesamt 32 Brücken in der Stadt müssen saniert werden - 30.06.2018 05:57 Uhr

Sicher ist: Drei Hafenbrücken, hier die Brücke Frankenschnellweg über Südwesttangente und Main-Donau-Kanal, müssen neu gebaut werden. Was das Ganze für Verkehrsteilnehmer und insbesondere Pendler bedeutet, lässt sich noch nicht vollends abschätzen. © Foto: Christine Dierenbach/Stadt Nürnberg


290 Brücken stehen auf der Unterhaltsliste der Stadt Nürnberg. Nicht immer zur Freude der Fachleute und des Stadtkämmerers. 60 Prozent der Bauwerke sind älter als 40 Jahre. Eigentlich kein Alter für eine Brücke, sollte man meinen. "Die Lebensdauer liegt normal zwischen 70 und 100 Jahre", sagt Marco Daume, Werkleiter beim Servicebetrieb Öffentlicher Raum (Sör).

Salz und Wasser setzen Brücken zu

Doch durch das steigende Verkehrsaufkommen, die immer höhere zulässige Achslast bei Lkw und auch aggressivere Umwelteinflüsse reduziert sich die Lebensdauer der Brücken enorm. Konkret bedeutet das: Durch undichte Stellen dringen Wasser und Salz ein. Das führt zu Korrosion beim Baustahl. Der vergrößert sein Volumen dadurch, so Daume. Die Folge: Beton platzt ab. "Es besteht keine Gefahr für die Verkehrsteilnehmer", betont Bürgermeister Christian Vogel. Doch immerhin 32 (Vorjahr: 35) Brücken sind so marode, dass saniert werden muss.

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150 Kilo Sprengstoff: Brücke an der Autobahn gesprengt

Am Samstag, Punkt 16 Uhr, sind 150 Kilo Sprengstoff zum Einsatz gekommen, um die Brücke am Autobahnkreuz Nürnberg zum Einsturz zu bringen. Binnen 24 Stunden soll die Fahrbahn, die A3 und A9 verbindet, wieder freigegeben werden.


An erster Stelle stehen die drei Hafen-Brücken, die komplett ersetzt werden müssen. Das allein schlägt mit gut 160 Millionen Euro zu Buche. Aktuell laufen hier noch, wie berichtet, die Vorplanungen. Geplanter Baubeginn ist aber erst 2020. Hier schwebt Vogel am Ende eine architektonisch interessante Konstruktion vor. Doch Details will er noch nicht nennen, weil es erst mit den Verwaltungs- und Ratsgremien noch besprochen werden muss.

Vorher sind erst einmal noch andere Brückenbauwerke dran. Ab August kümmert sich Sör um die Sanierung der Brücken an der Hügelstraße über den Kanal und die Südwesttangente in Gebersdorf (Kostenpunkt: 9,1 Millionen Euro). 2020 soll die Maßnahme abgeschlossen sein.

6,1 Millionen für Brücke an der Rothenburger Straße

Ab nächstem Jahr sind dann zwei der großen Brücken dran. Einmal geht es um die Sanierung des Bauwerks an der Rothenburger Straße (Baujahr: 1970) über den Main-Donau-Kanal. 6,1 Millionen Euro (inklusive neuer Ampelanlage) verschlingt der Eingriff, der im Frühjahr 2020 beendet sein soll.

Ein paar Monate länger dauert die Sanierung der Konrad-Adenauer-Brücke (Baujahr: 1967) am Wöhrder Talübergang. Sör geht bei diesem Eingriff von Kosten über 6,9 Millionen Euro aus.

Ein großer Brocken wird dann noch einmal – neben den Hafen-Brücken – die Dr.-Gustav-Heinemann-Brücke am Wöhrder See. Hier gehen Daume und Vogel von über 20 Millionen Euro aus. Die Sanierung ist jedoch erst einmal für den Mittelfristigen Investitionsplan angemeldet. Bis es so weit ist, vergehen noch ein paar Jahre. 

Andreas Franke Leiter der Lokalredaktion E-Mail

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