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25. August 1969: Ausbau versprochen

45 Millionen Mark für die Modernisierung des Rangierbahnhofs notwendig - 24.08.2019 07:00 Uhr

Staatssekretär Holger Börner (im Trachtenanzug) läßt sich von Konrad Hirschmann (in Uniform), dem Vorstand des Nürnberger Rangierbahnhofes, Stellwerkseinrichtungen erklären. Unter anderem hörten dabei zu: Betriebsleiter Dr. Hans Schneider, Stadtrat Batz (links und zweiter v. l.), GdED-Ortsbevollmächtigter Robert Sehern (hinter Holger Römer) und GdED-Bezirks-leiter Franz Wolf (r. neben Konrad Hirschmann). © NN


Der Staatssekretär bedauerte alle, die glaubten, man könne Investitionsmittel für die Straße und Schiene sparen, denn gerade Nürnberg liefere den Beweis, daß sich immer mehr Firmen für Gleisanschlüsse interessierten.

Zuvor hatte der örtliche Personalrat Holger Börner über den „akuten Notstand auf dem Arbeitersektor im Bereich der Bundesbahndirektion Nürnberg“ informiert. Wie der Ortsbevollmächtigte der Gewerkschaft der Eisenbahner Deutschlands (GdED), Robert Schedl, ausführte, reicht bei den laufenden Arbeitszeitverkürzungen (von 48 auf 43 Stunden) das derzeitige Personal, vor allem aber der Zusatzbedarf von durchschnittlich 20 v. H. nicht mehr aus.

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Es sei unmöglich, alle Urlaubswünsche zu erfüllen, sagte Schedl. Die enormen Leistungen, die von dem verminderten Personalbestand verlangt würden, ergäben einen erhöhten Krankenstand. 33 v. H. der bei der Bundesbahn in Nürnberg Beschäftigten müßten in Urlaub gehen können; nur 24,4 Prozent sei dies aber möglich. Das Personal im Zugförderungsdienst und die Lokführer hätten derzeit eine Mehrleistung von 18.079 Stunden aufzuweisen.

Robert Schedl wies auch darauf hin, daß es durch den ausgeschöpften Arbeitsmarkt unmöglich sei, das notwendige Personal zu bekommen. Die Zuweisung von ausländischen Arbeitskräften sei ebenfalls nicht ausreichend. Immer mehr Bundesbahnmitarbeiter kündigten, insbesondere jüngere und gute Kräfte, die keine Aufstiegsmöglichkeiten sähen, das Wochenende im Familienkreis verbringen wollten und keinen Urlaub bekämen.

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Im Beisein des SPD-Bundestagskandidaten, Stadtrat Hans Batz, und dem Bezirksleiter der GdED, Franz Wolf, sah sich Staatssekretär Börner auch den Ablaufkopf im Rangierbahnhof an. „Als Reisender sieht man nur wenig, welchen Zweck und welche Bedeutung derartige Einrichtungen haben“. Auf dem Rangierbahnhof sah er es. Dabei kam er zu der Feststellung: „Pünktlichkeit ist hier bares Geld!“ – bares Geld, das er nun vom Bundesfinanzminister für den Um- und Ausbau des Rangierbahnhofes „loseisen“ will. 

R. P.

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