25. Februar 1971: Stollen entdeckt

25.2.2021, 07:00 Uhr

© Kammler

Vermutlich durch Witterungseinflüsse und die Erschütterung der Fahrzeuge brach in der Burgstraße in Höhe der Ecke Obere Krämersgasse die Fahrbahndecke ein und legte einen Stollen frei, der von dort 75 Meter in nördliche Richtung führt und im Fels endet.

Früherer Ziehbrunnen

Walter Herppich, Sachverständiger der Geschichte Nürnbergs, stieg an der Einbruchstelle unter die Erde und entdeckte dort 35 Meter nördlich die Kammer eines ehemaligen Ziehbrunnens. An der Ostwand des zwischen 40 und 70 Zentimeter breiten Ganges, der stellenweise ein bis zweieinhalb Meter hoch ist, sah Herppich abgebrochene Konsolen. Darauf waren früher hölzerne oder bleierne Wasserrohre verlegt.

Von der Einbruchstelle nach Osten verläuft der Stollen weiter bis unter die Grundstücke Burgstraße 4 bis 6, wo im Mittelalter ein Dominikanerkloster stand. Nur zwölf Zentimeter stark ist das Backsteingewölbe des Wasserstollens bei der Einbruchstelle an der Oberen Krämersgasse. Und auch kein Fels liegt darüber, sondern nur eine etwa einen Meter dicke Erdschicht.

Während der nördliche Stollenteil erhalten werden und Zeugnis über die Baukunst im Mittelelter ablegen soll, wird der östliche und westliche Teil im gesamten Bereich unter der Burgstraße aus Sicherheitsgründen verpreßt. Das alte Märchen von dem unterirdischen Stollen, der Burg und Rathaus miteinander verbunden haben soll, bleibt freilich auch nach dieser Entdeckung nur ein Märchen.

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