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30. Januar 1967: Waffenlager entdeckt

Schulkinder fanden in einem Gebäude zahlreiche Gewehre und Munition - 30.01.2017 07:00 Uhr

Das ist das Gebäude, in dem die Schulkinder das Waffenlager entdeckten. © Kammler


Das illegale Arsenal gehört dem 24jährigen Tankwart Hans H., der erst vor 14 Tagen vom Nürnberger Schwurgericht wegen versuchten Totschlags, Körperverletzung und Raubhandels zu sieben Jahren Zuchthaus verurteilt worden ist.

Woher die explosiven Funde stammen, ist im Augenblick noch ungewiß. Die Einsatz- und Fahndungsinspektion („EFI“), die sich sofort in die Ermittlungen eingeschaltet hat, konnte gestern auch über die genaue Zahl der Waffen noch nichts sagen, weil sie erst einen Schüler vernommen hat. Der 13jährige hatte seinen Eltern von dem „Fund“ erzählt, die sofort die Polizei verständigten. Ihr Sohn war nämlich mit einem Kleinkalibergewehr, 54 Schuß Munition des Kalibers 22 und zwölf Pistolenpatronen vom Kaliber 6,35 mm freudestrahlend zu Hause aufgekreuzt.

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Der Junge erklärte, daß sich noch zahlreiche Waffen in dem düsteren Raum befunden hätten. Außerdem förderten die Kinder noch Uniformstücke, die von der Bundeswehr stammen, ans Tageslicht. Wie viele Sachen seine Spielkameraden mitgenommen haben, vermochte er nicht zu sagen. Der 13jährige ist zusammen mit einigen anderen Buben in der Regensburger Straße bei der Kreuzung Waldluststraße herumgetollt. Plötzlich „stürmten“ sie das Anwesen Nummer 245, das nach dem Kriege nur notdürftig wieder aufgebaut wurde und einen tristen Eindruck bietet.

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Das Gebäude ist von dem Tankwart Hans H. gemietet, der in der Nacht zum 13. Juli vergangenen Jahres den 45jährigen Hubert B. aus Langendernbach im Kreis Limburg/Lahn am Kartäusertor erschossen hat. Wegen einer lächerlichen Bagatelle hatte der 24jährige zur Pistole gegriffen: nach einem geringfügigen Unfall war eine handfeste Keilerei entstanden, in deren Verlauf der tödliche Schuß fiel.

Nachbarn bestätigten, daß im Keller des Hauses wiederholt Schießübungen durchgeführt worden sind. Auch Partys mit überwiegend amerikanischen Gästen sollen in den verfallenen Räumen gefeiert worden sein.

NN

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