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30-Millionen-Projekt: Demo macht Druck beim Velodrom

Der Plan steckt seit vier Jahren in der Warteschleife - 08.06.2020 16:13 Uhr

Sie hoffen auf einen baldigen Spatenstich fürs Velodrom: Paracycler Matthias Schindler, Andreas Zentara vom Verein Sportplatz 1903, CSU-Fraktionsvorsitzender Andreas Krieglstein und Bahnradsportler Robert Förstemann (von links).

© Foto: Michael Matejka


Fehlende Trainingsmöglichkeiten nennt der 38-jährige deutsche Meister im Straßenrennen von 2017 als Grund für sein Karriereende. Doch Schindler hofft auf ein Comeback – und auf ein neues Velodrom in Langwasser.

Der querschnittgelähmte Paracycler aus Nürnberg ist mit anderen Radsportlerinnen und -sportlern und einem beträchtlichen Aufgebot an Politikern aus Bund, Land und Kommune zur symbolischen Übergabe der Baugenehmigung für den geplanten 30-Millionen-Bau an der Schreiberhauer Straße gekommen. Mitten auf der grünen Wiese macht man noch einmal vereint Druck, damit die Halle mit einer 250-Meter-Bahn, Platz für 1100 Zuschauer, einem Ballsportfeld sowie Gymnastik- und Boulder-Möglichkeiten wirklich kommt. Und das möglichst bald.

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Neun Millionen vom Bund, neun Millionen vom Land, sieben Millionen vom Verein Sportplatz Nürnberg 1903, der die alte Radrennbahn am Reichelsdorfer Keller verkauft hat, das war der Plan. Doch er kommt bislang nur im Kriechgang voran. Corona hat das nicht besser gemacht.

"Ein erster Spatenstich wäre mir lieber", sagte denn auch CSU-Fraktionsvorsitzender Andreas Krieglstein vor Ort. Es dürfe nicht sein, dass begabte Sporttalente hinwerfen oder lange Reisen zum Training in Frankfurt/Oder auf sich nehmen müssten.

Warum der Plan schon seit vier Jahren in der Warteschleife steckt?
Es lag auch am Preis, den der Freistaat nun endlich festgeklopft und der Stadt Nürnberg vorgeschlagen hat. Die Kommune will das 24.000 Quadratmeter-Areal am Rand des Moorenbrunnfeldes kaufen. Doch das Land, so hieß es, wolle viel zu viel Geld dafür.

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Ein schwerer Schlag sei es auch gewesen, dass der Deutsche Bund der Radfahrer Köln als Standort eines Velodroms den Vorzug gab. Mit ein Grund für die "enormen Zeitverzögerungen", von denen der CSU-Bundestagsabgeordnete Sebastian Brehm sprach. Soeben sei die Sportförderung im neuen Konjunkturpaket von 150 auf 169 Millionen Euro aufgestockt worden. In Nürnberg will man daraus Honig saugen.

Man müsse leider "ein Problemsteinchen nach dem anderen kippen", bedauerte CSU-Landtagsabgeordneter Jochen Kohler. Bund und Land müssten jetzt ran, beim Grundstückskauf sei jetzt die Stadt am Zug. Die habe ihr Bekenntnis zum neuen Velodrom längst abgelegt, hielt Ahmed Nasser, SPD-Stadtrat, dagegen. Die historische Erfolgsgeschichte des Nürnberger Radsports müsse weitergedreht werden, forderte er.

Zum Stechen wird es im November kommen, wenn der Haushaltsausschuss des Landtags über das Projekt diskutiert.

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