31. Dezember 1968: Der Fahrer kassiert

31.12.2018, 08:50 Uhr

© Kammler

Zu diesem Zweck kann er sich auf seinem Sitz ein wenig nach links drehen und an einem kleinen Schalter die baren Geldgeschäfte erledigen. Die Fahrgäste mit Dauerkarten brauchen natürlich nicht an den Schalter zu treten und wer eine Sammelkarte besitzt, kann sie, ohne den Fahrer zu molestieren, am Entwerter abstempeln lassen.

Die Augen offenhalten

Ein Schild kommt selten allein – es gibt auch noch ein durchgestrichenes "K", entweder am hinteren Einstieg, wenn der Fahrer kassiert, oder am vorderen Einstieg, wenn der Triebwagen mit einem Schaffner besetzt ist.

Die VAG verteilt seit gestern an alle Straßenbahnfahrgäste Merkblätter, in denen sie auf die Änderung hinweist. Immerhin, man wird in Zukunft sehr die Augen offenhalten müssen, um schon am heranfahrenden Straßenbahnwagen zu erkennen, wo man nun einsteigen darf und soll und muß, vorn oder hinten, vor allem auch wo das "K" steht, das auf die Kasse hinweist.

Für die Personalkosten

Seit 1960 wurden bei der VAG 600 Mann Personal eingespart – nicht entlassen, sondern zu anderen Dienststellen versetzt –, doch sind immer noch 2434 von den 5000 Mitarbeitern der Städtischen Werke bei den Verkehrsbetrieben beschäftigt, 60 v. H. davon im Fahrdienst. Fast 90 v. H. der Fahrgeldeinnahmen müssen für die Personalkosten verwendet werden, vor der Tariferhöhung waren es mehr als 100 v. H.


Durch den schaffnerlosen Betrieb auf den Großraum-Triebwagen können 225 Mann, bei der Ausdehnung dieser Betriebsart auch auf die Beiwagen nochmals 200 Mann Fahrpersonal eingespart werden. Die Betriebskosten hofft man dadurch um etwa 1,3 Mill. DM zu senken, doch wird diese Einsparung durch die Arbeitszeit-Verkürzung ab 1. 1. 1969 leider schon wieder zum größten Teil aufgezehrt

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