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Ab 2016 hält die U-Bahn am Nordwestring

Finanzierung der weiteren Ausdehnung des U-Bahn-Netzes ist ungeklärt - 19.09.2013 07:00 Uhr

So sieht der U-Bahn-Tunnel unter der Heimerichstraße zurzeit aus. Im Oktober 2015 sollen die Rohbauarbeiten fertiggestellt sein, ab Dezember 2016 rollen die fahrerlosen Bahnen der U3 durch den Untergrund. © Berny Meyer


Der Regen läuft über die Lkw-Zufahrtsrampe in den Tunnel, von der Decke tropft es. Wo heute noch Schlamm und Dreck auf dem Boden liegen, befindet sich in drei Jahren der U-Bahnhof Nordwestring.

Insgesamt 60 Bauarbeiter und Ingenieure sind an der Baustelle beschäftigt, auf der rund um die Uhr gearbeitet wird. In zwei Zwölf-Stunden-Schichten kämpft sich die Tunnelbohrmaschine mit jeweils fünf Mann drei Meter pro Tag durch den Boden. Die Station am Nordwestring ist dann das vorläufige Ende der U3 im Nürnberger Norden.

„Wir halten unseren Zeitplan ein“, sagt Rudolf Friedrich, der vonseiten der Stadt für die Bauüberwachung zuständig ist. Ein Grund für den reibungslosen Ablauf: Anders als in der Innenstadt, stießen die Bauarbeiter bislang auf keine unbekannten Brunnen oder Bierkeller.

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Ausbau der U3: Voll im Zeitplan

Die Bauarbeiten für die U3 vom Friedrich-Ebert-Platz zum Nordwestring schreiten voran. Ab Dezember 2016 sollen die Züge Passagiere transportieren.


Im Juni 2012 hatten die Tunnelbauarbeiten am Klinikum Nord begonnen. Im Oktober 2015 soll der Rohbau der Röhren und der Bahnhöfe fertig sein. Danach werden noch Leitungen für Strom, Gas und Wasser verlegt sowie der Zugbetrieb getestet. Die 1,1Kilometer lange Strecke kostet voraussichtlich 83 Millionen Euro.

Bahnhof zum Entspannen

So grau wie die Baustelle soll künftig auch der Bahnhof Nordwestring werden. Nur senkrechte rote Streifen und eine teilweise verspiegelte Decke lockern die grauen Betonwände etwas auf. Die Station bekommt zwei Treppen und zwei Aufzüge, jeweils links und rechts des Nordwestrings.

Ein ganz anderes Design-Konzept verfolgen die Architekten des Bahnhofs Klinikum Nord: Die Station wird in Goldtönen gehalten. Viele Besucher des Klinikums hätten nach dem Krankenhausbesuch ein Ruhe-Bedürfnis. Der Bahnhof solle nach Meinung der Gestalter eine Möglichkeit zum Entspannen bieten.

Ein Vorteil für die Anwohner beider Bahnhöfe: Die Ausgänge der Stationen sind nicht als graue Betonklötze wie am Friedrich-Ebert-Platz geplant. An den Haltestellen kommen Glas-Stahl-Bauten mit kurzem Betonsockel zum Einsatz, erläutert Friedrich. Nach dem Ende der Bauarbeiten wird auch die Bielefelder Straße wieder an den Ring angeschlossen. Zurzeit klafft dort eine tiefe Baugrube.

Beim Besuch der Baustelle durch die SPD-Stadtratsfraktion stellt Fraktionschef Christian Vogel fest: Die U-Bahn ist eine der zentralen Verkehrsadern. „Deswegen streben wir eine Verlängerung der U3 bis nach Gebersdorf an“, sagt Vogel. Eine Vision ist dabei die Erweiterung in den Landkreis Fürth. Doch die Finanzierung bereite den Städten Kopfzerbrechen, meint Fraktionsvize Thorsten Brehm: „Ohne Zuschüsse von Bund und Land geht definitiv nichts.“ 

Benjamin Huck

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