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ADFC Nürnberg: Im Radwegenetz hakt es gewaltig

10-Punkte-Programm nach Auswertung der Online-Abstimmung - 29.08.2014 07:56 Uhr

Der ADFC stellte am Donnerstag die zehn brisantesten Stellen für Radfahrer in Nürnberg vor. Beide Ausfahrten des Marientunnels gehörten dabei ganz oben mit dazu. © Norbert Goldhammer


Das hat eine Internet-Umfage des ADFC Nürnberg unter Radlern ergeben. 1078 Radfahrer haben in den vier Wochen daran teilgenommen. Von Mitte Juli bis Mitte August konnten sie aus 24 Maßnahmen im Nürnberger Radwegenetz, die der ADFC zur Bewertung gestellt hatte, die zehn wichtigsten auswählen.

Deutlich an erster Stelle landete der Radweg vor dem Hauptbahnhof. Hier kommt es immer wieder zu gefährlichen Situationen. Mehrere Ein- und Ausfahrten - unter anderem für den Kurzeit-Parkplatz und den Taxi-Stand - sorgen tagtäglich für unliebsame Begegnungen zwischen Radlern und Autofahrern. Obwohl der Radweg rot markiert ist und Schilder darauf hinweisen. 693 der Befragten hielten Nachbesserungen an dieser Stelle für sehr wichtig, 210 immerhin für wichtig.

An zweiter Stelle stehen die Ausfahrten des Marientunnels im Norden und Süden. 549 Befragte befinden hier eine Umgestaltung für sehr wichtig, 275 für wichtig. Erst im April war ein Radler dort ums Leben gekommen. "Hier werden die Radler allein gelassen. Sie müssen sehen, wie sie sich in den fließenden Verkehr einordnen", sagt Nürnbergs ADFC-Vorsitzender Jens Ott. Zwar sei eine Verbesserung bereits im Rat beschlossen, doch das Geld - 1,3 Millionen Euro - stehe noch nicht zur Verfügung.

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Auch die südliche Fürther Straße ist den Radlern ein Dorn im Auge. "Hier gibt es riesige Lücken im Radweg. Man kommt auch nur mit großen Problemen in die Altstadt und muss viele Ampeln überwinden", klagt Hans Luntz vom ADFC. 523 Befragte hielten hier Veränderungen für sehr wichtig, 278 für wichtig.

Auf den Plätzen 4 bis 9 landeten ebenfalls Lücken im Radwegenetz, etwa in der Bayreuther Straße und in der Frankenstraße. Rang 10 belegt der Radweg an der Münchener Straße, der "in einem schlechten Zustand ist" (Luntz). "Wir sehen die Abstimmung als Auftrag, uns vor allem an diesen zehn Stellen um Verbesserungen zu kümmern", so Ott.

In einer aktuellen Untersuchung in zwölf Städten bescheingt auch der ADAC dem Nürnberger Radwegenetz nur ein "durchschnittlich". Ein Knackpunkt: Die Unfallvermeidung. "Schlecht" lautet die Note sogar bei den Abstellmöglichkeiten und dem Service. Ein dickes Lob (sehr gut) gibt es für den jährlichen Radwegetat von einer Million Euro und für Sicherheit und Komfort (gut) auf den getesteten Radwegen. Das widerspricht allerdings dem am Donnerstag vorgestellten ADFC-Ergebnis.
 

Andreas Franke (Nürnberger Nachrichten) / cu

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