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Amputation wegen Wespenstich: Klinikum Nürnberg verurteilt

130.000 Euro Schmerzensgeld wegen Fehlentscheidung - 30.04.2015 15:39 Uhr

Nach einem Wespenstich, der sich entzündete, wurde einer jungen Ärztin 2007 der Arm amputiert wurde.

14.11.2012 © Stefan Hippel


Die in Nürnberg geborene und seit vielen Jahren in Großbritannien lebende Frau wurde im Sommer 2007 bei einem Besuch in ihrer alten Heimat von einer Wespe gestochen. Der Stich entzündete sich.

Ein Facharzt schickte die damals 36 Jahre alte Frau ins Klinikum Nürnberg und empfahl die sofortige Operation. Die Krankenhausärzte entschieden aber, erst einmal abzuwarten. Eine Entscheidung mit fatalen Folgen: Die Entzündung breitete sich so stark aus, dass die damals 36-Jährige mehrfach operiert und schließlich ihr linker Arm amputiert werden musste.

Die Frau, Mutter dreier Kinder, hielt die Behandlung für falsch und verklagte das Klinikum auf 130.000 Euro Schmerzensgeld und auf den Ersatz sämtlicher Folgeschäden. Zu Recht, wie die Arzthaftungskammer des Landgerichts nun entschied: Das Gericht unter Vorsitz von Richterin Brigitte Schmechtig-Wolf hatte mehrere Sachverständige gehört und ist nun davon überzeugt, dass das Klinikum die Einweisungsdiagnose des Facharztes — sofort operieren — nicht ausreichend beachtet hat.

Wäre die Frau früher unters Messer gekommen, so die Richter, wäre eine Amputation nicht nötig gewesen. Das Klinikum hat nun vier Wochen Zeit, Berufung gegen das Urteil einzulegen. Wird es rechtskräftig muss die Frau in Folgeprozessen noch ihre Schadenersatzansprüche geltend machen.

Unter anderem geht es für Kosten für Arbeitsausfall und Umschulungen, denn die 44-Jährige kann nicht mehr in ihrem Beruf als Ärztin arbeiten.

Clara Grau

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