Auto ade! So floss der Verkehr einst mitten durch Nürnberg

Johannes Handl
Johannes Handl

Lokalredaktion

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7.12.2020, 06:51 Uhr

© Foto: Volker Ranke

Vor allem jüngere Betrachter historischer Fotos dürften überrascht sein, wie selbstverständlich der Verkehr einst an Stellen floss, an denen heute nicht einmal mehr Rad gefahren werden darf – zum Beispiel mitten durch die Breite Gasse. Auch die Lorenzkirche war umzingelt von Blech. Direkt vor ihr wartete Wagen um Wagen darauf, dass die Ampel endlich auf Grün sprang. Ob sich damals jemand hätte träumen lassen, hier einmal in Ruhe seinen Crêpes genießen zu können?

Karolinenstraße zählte schon in den 1950er Jahren zu den Publikumsmagneten der Innenstadt. Während man sich dort heute treiben lassen kann, fuhr hier einst die Straßenbahn. Und nicht allein. Sie teilte sich den Asphalt mit Mopeds und Autos. Den Fußgängern blieb lediglich der Bürgersteig.

Der Kornmarkt als gerne gewählter Ort für Demonstrationen, Kundgebungen und große Reden war in Vor-Corona-Zeiten stets voller Menschen. Wie Aufnahmen aus dem 1953 zeigen, hatten ihn aber auch schon zahllose Omnibusse im Griffe. Etwa dann, wenn ein verkaufsoffener Sonntag die Menschen aus der Region nach Nürnberg lockte.

Mit dem Auto zum Bratwursthäusle

Auch wer sich in den 1960er Jahren im Bratwursthäusle Drei im Weggla genehmigen wollte, musste sich an zahlreichen Karossen vorbeizwängen. Einem Drive-in kam die Szenerie schon recht nahe, wenn man sieht, wie viele Autos direkt neben dem Treppenaufgang parkten. Heute undenkbar. Von Bussen und Taxis abgesehen, fahren hier höchstens Post-Kutschen zur Zeit des Christkindlesmarkts. In diesem Jahr nicht einmal mehr die.

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