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Baby stirbt in Badewanne: Mutter schweigt vor Gericht

Familie der Angeklagten entdeckte Leiche des Kindes in einer Schachtel - 15.04.2019 13:23 Uhr

Eine 28-jährige Frau muss sich seit Montag vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth verantworten, weil sie ihr frischgeborenes Baby mutmaßlich in einer Badewanne hat sterben lassen. © dpa/Daniel Karmann


Anfang 2018 erfuhr die Frau, dass sie zum dritten Mal schwanger ist - ihren Zustand soll sie verschleiert haben. Ihren Eltern und ihren beiden Brüdern erklärte sie die wachsende Leibesfülle mit Wassereinlagerungen. Auch gegenüber ihrem Freund soll sie behauptet haben, deshalb in ärztlicher Behandlung zu sein. Die 28-Jährige wohnte mit ihrem dreijährigen Sohn noch in ihrem Elternhaus, finanzierte ihr Leben durch Kindergeld und Unterhalt; ihr fünfjähriger Sohn lebt bei seinem Vater.

Als am Abend des 8. September 2018 die Wehen einsetzten, legte sie sich in die Badewanne, ließ Wasser einlaufen, und brachte heimlich gegen 19.30 Uhr heimlich ihr Kind zur Welt, ein Mädchen. Das Baby soll kurz nach der Geburt blau angelaufen sein, doch die Frau holte weder Hilfe, noch versuchte sie, das Baby wiederzubeleben, so der Vorwurf von Oberstaatsanwältin Gabriele Ebenhöch. Die Leiche des kleinen Mädchens versteckte die Frau in einem Karton in ihrem Zimmer im ersten Stock des Hauses, ihrer Familie gaukelte sie vor, dass ihr an jenem Abend übel war, sie sich deshalb im Bad verbarrikadiert hatte. Seit 9. September 2018 sitzt sie in Untersuchungshaft.

Mutter und Brüder finden Kind in Schachtel

In ihrem Elternhaus, so viel wird zu Prozessbeginn deutlich, ahnten die Mutter und ein Bruder von der Schwangerschaft. Immer wieder will sich die Mutter nach dem Zustand der Tochter erkundigt haben, doch die 28-Jährige soll nur genervt reagiert haben. Doch das Misstrauen der Mutter blieb – und verstärkte sich nach dem 8. September 2018: Nach der heimlichen Geburt ihres Kindes konnte die 28-Jährige ihre veränderte Figur nicht mehr verbergen.

Als sie an jenem Tag nicht zu Hause war, nutzten die Mutter und die Brüder dies aus und durchsuchten das Zimmer der 28-Jährigen. Sie entdeckten den Leichnam des Babys, versteckt in einer Schachtel. Sie informierten die Polizei, die Frau aus Roth sitzt seither in U-Haft. Für den Prozess kalkuliert die Schwurgerichtskammer derzeit mit vier Verhandlungstagen, das Urteil könnte am Donnerstag, 18. April, gesprochen werden.

Ulrike Löw

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