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Baustellenpanne: Beton flutet die Königstorpassage

Schacht unter Litfaßsäule sollte verfüllt werden - doch es gab Probleme - 31.05.2017 17:26 Uhr

Beton flutete am Mittwochnachmittag die Königstorpassage, als bei Bauarbeiten am Bahnhofsvorplatz ein Schacht verfüllt werden sollte. © Viola Bernlocher


Die Blicke der Passanten, die ihre Handys zücken, verraten es: Hier ist etwas ganz Dubioses passiert. Mitten im Treiben des Feierabendverkehrs am Nürnberger Hauptbahnhof sind meterlange Absperrungen aufgebaut. Dahinter: Fünf Kubikmeter Beton, flüssiger Beton. 

Im Zuge der Bauarbeiten auf dem Bahnhofsvorplatz sollte ein Schacht unter einer Litfaßsäule auf dem Bahnhofsvorplatz verfüllt werden, erläutert Bernhard Hebendanz vom Hochbauamt der Stadt Nürnberg. In der Litfaßsäule mündet der Schornstein vom Generator des Atomschutzbunkers aus den 1970er-Jahren, der sich im Zwischengeschoss zwischen U-Bahnverteiler und Königstorpassage befindet. Da der Bunker schon lange außer Betrieb ist, sollte dieser Schornstein mit Beton verfüllt werden. Der floss dort auch hinein, landete aber schließlich gegen 16 Uhr auch in der Königstorpassage. "Die Bauarbeiter haben gemerkt, der Schacht wird nicht voll und haben dann nachgeschaut."

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Bei Bauarbeiten am Bahnhofsvorplatz sollte ein Schacht unter einer Litfaßsäule verfüllt werden. Obwohl vorher alles abgedichtet worden sei, bahnte sich der Beton einen Weg aus dem Schacht und floss in die Königstorpassage.


"Wir haben vorher alles abgedichtet und inspiziert", berichtet Hebendanz vor Ort. "Wir können uns nicht erklären, wie der Beton einen Weg gefunden hat. Dieser Schacht war auch nicht bekannt, wir dachten, das geht genau in den Bunker runter. Durch die Abdichtung ist er nicht durch, es kann wohl nur ein Riss sein."

Fakt ist, dass der Beton in einem Technikraum der Verkehrs-Aktiengesellschaft Nürnberg landete und dadurch auch in der Königstorpassage. "Dort befinden sich Sicherungskasten für die Notbeleuchtung", sagte eine VAG-Sprecherin. "Der Schaden sollte unseren U-Bahn-Verkehr aber nicht beeinträchtigen."

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Am Donnerstag soll genauer geklärt werden, welchen Weg der Beton in Richtung Königstorpassage genommen hat. 

"Jetzt müssen wir erst einmal schauen, dass wir den Beton hier rausbekommen und dass nicht noch mehr Schaden entsteht", erklärt Hebendanz. Die Baufirma wird am Abend den inzwischen etwas angetrockneten Beton mit einem Anhänger und Schaufeln aus der Königstorpassage entfernen. 

Der Nürnberger Bahnhofsvorplatz wird derzeit verschönert, die Arbeiten laufen seit einigen Wochen. Bis zum Christkindlesmarkt im Dezember soll die Frischekur abgeschlossen sein. 

vb/tl

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