Offizielle Eröffnung

Bertolt-Brecht-Schule Nürnberg: Viel Lob für das 180-Millionen-Euro-Projekt

Gabi Eisenack
Gabi Eisenack

Lokalredaktion

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30.5.2022, 14:20 Uhr
Großer Auftritt für kleine Leute: Schülerinnen und Schüler der fünften und sechsten Klassen sangen bei der Eröffnung des Bertolt-Brecht-Schulzentrums.

© Günter Distler, NNZ Großer Auftritt für kleine Leute: Schülerinnen und Schüler der fünften und sechsten Klassen sangen bei der Eröffnung des Bertolt-Brecht-Schulzentrums.

Der Auftakt gehört den Kindern, schließlich spielen sie, gemeinsam mit ihren Lehrkräften, die Hauptrolle in diesem mächtigen Gebäudekomplex. Nach den Osterferien sind sie hier eingezogen, seitdem läuft der Unterrichtsbetrieb. "We are the people" singen die Fünft- und Sechstklässler der Mittelschule vor großem Publikum in der Aula, bevor sie zum Wandertag starten und die Gäste mit ihren Grußworten beginnen.

1800 Schülerinnen und Schüler haben in dem Neubau in Langwasser Platz.

1800 Schülerinnen und Schüler haben in dem Neubau in Langwasser Platz. © Günter Distler, NNZ

Gut in "Laberfächern"

Der Bau des neuen Bertolt-Brecht-Schulzentrums ist trotz Pandemie im vorgebenen Zeit- und Kostenrahmen fertig geworden. Dieser Umstand wird an diesem Morgen immer wieder lobend erwähnt. Auch von Ministerpräsident Markus Söder (CSU), der im Gespräch mit Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein erzählt, dass er nie gespickt hat und vor allem in den "Laberfächern" gut war.

Nach drei Jahren Bauzeit stand das 180-Millionen-Euro-Gebäude am Ende der Großen Straße. "In time and budget", sagt Frank Thyroff, einer der beiden Geschäftsführer der WBG Kommunal, die als Bauherr fungierte. Natürlich, betont er, seien die Herausforderungen groß gewesen. Drei Schulen waren unterzubringen: Mittelschule, Realschule, Gymnasium. Und schließlich muss die BBS auch ihren Aufgaben als Eliteschule des Sports, Eliteschule des Fußballs und als Partnernschule des Leistungssports gerecht werden: Sieben Turnhallen und ein Fitnessraum stehen für das Training zur Verfügung.

Energie-Plus-Gebäude

1800 Schülerinnen und Schüler werden hier von 200 Lehrkräften unterrichtet. Dazu kommen noch 800 Erwachsene, die das Abendgymnasium besuchen. Die Schulküche kann mittags bis zu 1600 Menschen verköstigen.

Eine extreme Herausforderung, so Ralf Schekira, ebenfalls WBG-Geschäftsführer, sei die Energie gewesen. Das Ergebnis mache ihn stolz. "Wir haben ein Energie-Plus-Gebäude. Wir erzeugen mehr Energie, als wir brauchen." Dazu tragen Photovoltaik-Anlagen auf den Dächern der Sporthallen bei, für Wärme sorgt Geothermie.

In der Championsleague

Auch Oberbürgermeister Marcus König (CSU) ist begeistert. "Mit dieser Schule spielen wir in der Champions-League." Und er fügt gleich hinzu, dass damit noch nicht Schluss ist. "Wir haben noch 21 Großbaumaßnahmen im Schulbereich auf der Liste. Bis zum Jahr 2025 werden wir 435 Millionen Euro investieren. Bis zum Jahr 2031 werden es 1,5 Milliarden Euro für Neubau, Erweiterung und Sanierung sein."

Die Stadt könne stolz auf diese Schule sein, sagt Markus Söder und schildert seinen ersten Eindruck von dem Gebäude so: "Man hat das Gefühl, man kommt in einen Robinson-Club und gleichzeitig in eine Streberschule. Die BBS holt ja einen Titel nach dem anderen." Die Schule baue auf ein erfolgreiches pädagogisches Konzept, so Söder weiter. "Und dieser Erfolg rechtfertigt auch diesen großartigen Neubau."

Ein "Lernzuhause"

Schulleiter Harald Schmidt bekommt von Katrin Müller-Hohenstein symbolisch einen Riesenschlüssel überreicht. Damit, sagt er, lasse sich nicht nur das Gebäude öffnen, sondern die Möglichkeit zu einem Lernen und Leben nach modernen Maßstäben. Zum Beispiel gibt es Klassenzimmer nur noch für die Unterstufe. Die Großen werden in Fachräumen unterrichtet. Die Schule soll nach Schmidts Willen ein "Lernzuhause" sein, in dem das Wohl der Schüler und Lehrer im Mittelpunkt steht.

Lob für die neue BBS haben schließlich auch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU), der auch für den Sport zuständig ist, und Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) mitgebracht. Und beide müssen auf Müller-Hohensteins Nachbohren einräumen, dass es endlich Zeit wurde, eine Eliteschule des Mädchenfußballs zu ernennen. "Da hinkt der Fußball etwas hinterher", sagt Herrmann. "Im Wintersport ist man schon weiter."

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